Folge 12: Der März 2017

Der März 2017 war der bis dahin „bunteste“ Monat in der Geschichte von SPIELKRITIK. Die Gastartikel-Reihe GASTSPIELER fand ihren Abschluss. Der Geburtstag einer legendären(?) Konsole wurde gefeiert. Und ich und mein frischgebackener Mitstreiter Daniel Minner versorgten unsere Seite mit ziemlich eigenartigen Beträgen…


In die letztgenannte Kategorie fällt auch das Harvest Moon 64 Bauerntagebuch. Das erschien vom 01. bis zum 05. März 2017 in drei Teilen und wäre vermutlich noch länger erschienen, wäre das Leserinteresse nicht schon ab Teil 2 auf nahezu Null gefallen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich mich bei der Auswahl meiner Themen für SPIELKRITIK vorrangig daran orientiere, welche Artikel besonders viel gelesen werden. Ganz im Gegenteil. Doch leider habe ich zu wenig Zeit, als dass ich alle Ideen, die ich im Sinn habe, auch tatsächlich umsetzen könnte. Und wenn ich schon selektieren muss und mich entscheiden muss, zwischen einer Artikelreihe, die bereits bewiesen hat, dass kaum jemand sie liest, und einem der vielen anderen Themen, die ihrer Umsetzung harren, tue ich gut daran, mich an etwas Neuem zu versuchen. Mit etwas Glück stößt das dann auch bei unseren Lesern auf Interesse.


Absacker

So ganz konnte ich mich von Harvest Moon 64 aber doch nicht trennen. Das liegt auch daran, dass das Spiel eine ganz besondere Bedeutung für mich hat. Das ursprüngliche Harvest Moon auf dem Super Nintendo hat mich über die Maßen fasziniert, seit ich es im Club Nintendo Magazin sah, doch leider besaß ich kein Super Nintendo. Als ich später ein Nintendo 64 besaß und las, dass schon bald ein Harvest Moon 64 erscheinen solle, kannte meine Vorfreude kaum Grenzen. Und dann kam das Spiel nicht. Das heißt: nicht nach Europa. So musste ich auch weiterhin mit Harvest Moon 2 auf dem Game Boy Color vorliebnehmen, bis Harvest Moon: A Wonderful Life für den GameCube erschien – das aber einfach nur langweilig war. Den nächsten Lichtblick bot die Virtual Console der Wii, die so manchen Titel nach Europa brachte, der hier vorher nie erschienen war. Doch auch hier: kein Harvest Moon 64. Erst die Virtual Console der Wii U brachte das Spiel mit 18 Jahren Verspätung nach Europa. Gelobt sei die Erntegöttin!

Ich spielte also selbstverständlich weiter, auch wenn mein Bauerntagebuch niemanden interessierte. Und je länger ich spielte, desto mehr stach mir ins Auge, wie absolut omnipräsent Alkohol in Harvest Moon 64 doch ist. „Damit kriege ich die Leser!“, dachte ich mir, und verfasste „Selbstportrait mit Kater: Alkohol in Harvest Moon 64“. Einige Gedanken zum Artikel könnt ihr im alten Backtracking-Format im Quest-Log #17 nachlesen, wo ich mir den Text anlässlich der Trink-Eskapaden in „Judgment“ noch einmal ins Gedächtnis rief.

Daniel blieb nüchtern, doch auch er gebrauchte die Erzählung eines Spiels als Fundament für eine Fanfiction-Kurzgeschichte, in der er Story-Fragmente aus Deus Ex: Mankind Divided mit eigenen Gedanken vermählt. Im Ergebnis versteckt sich zugleich eine – wenn auch subtile – Kritik am Spiel. Leider war Daniels zweiter regulärer Artikel kein sonderlich großer Erfolg – und leistet damit dem Spiel Gesellschaft, das ihm als Inspiration diente. Schade.


Frankreich und der Erste Weltkrieg

Besser lief es für die letzten beiden Gastbeiträge im GASTSPIELER-Special. Der erste trägt den Titel „Eine Wundertüte des Ersten Weltkriegs: Battlefield 1 aus Sicht eines Historikers“ und stammt von Iris Traumann, die ich – wenn ich mich recht erinnere – erst kurz vor Ende des Specials eingeladen hatte, nachdem ich ihren Blog im Januar 2017 entdeckt hatte. Durch ihre Beteiligung konnten wir die runde Zahl von zehn AutorInnen doch noch vollmachen.

Der zweite und letzte Gastbeitrag trägt den Titel „Ein kurzer Ausflug in die Welt der französischen Videospiele“. Sein Autor, „Flat“ Eric Retzlaff, war zwar von Beginn an eingeplant, brauchte für seinen – außerordentlich aufwendigen! – Beitrag aus persönlichen Gründen jedoch ein wenig länger. Am 28. März 2017 schloss er die Reihe, die im Dezember gestartet war, fulminant ab. Chapeau!

Beide Gastbeiträge entwickelten sich zu Leserlieblingen und wurden in den letzten fünf Jahren viele hundert Male aufgerufen. Um die Relationen zu verdeutlichen: Jeder der beiden Gastbeiträge erzielte 25 Mal mehr Aufrufe als der dritte Teil meines herumkrebsenden Bauerntagebuches. Zum Abschluss der ersten Staffel von GASTSPIELER erschienen so nicht nur zwei der umfangreichsten Artikel des Reihe, sondern auch zwei echte Highlights, die entsprechend häufig kommentiert wurden.

Und apropos kommentiert: Die zehn Beiträge der ersten Staffel von GASTSPIELER konnten zusammen 136 Kommentare verbuchen (den ein oder anderen Pingback eingeschlossen). Das sind mehr als 13 Kommentare pro Beitrag. Wow!

Nachdenklich stimmt mich nur, dass es seither um einiges schwieriger geworden ist, Leser zum Kommentieren zu bewegen (speziell auf dem Blog selbst, nicht nur in Form eines kurzen Tweets). Heutige Beiträge erreichen deshalb nur noch selten derart viele Kommentare – auch dann, wenn die Seitenaufrufe gleich hoch oder höher liegen. Mit dem gebührenden zeitlichen Abstand kann ich außerdem verraten, dass auch die Interaktion zwischen den teilnehmenden GastautorInnen nie wieder so lebendig war. GASTSPIELER II lief in dieser Hinsicht zwar ebenfalls noch ganz zufriedenstellend, doch über GASTSPIELER III hülle ich – was das angeht – den Mantel des Schweigens.


Die Xbox wird 15

Doch so stark die beiden GASTSPIELER-Artikel auch waren, der März 2017 hatte noch ein weiteres Highlight zu bieten: Ich spreche vom Special zum 15. Geburtstag der Original-Xbox, die am 14. März 2002 in Europa in den Handel kam und somit im März 2017 den besagten Jahrestag feierte. Das bedeutet auch: Am 14. März 2022 wird sie ihren 20. Geburtstag feiern.

Deshalb – und weil die vier Beiträge, die das Special bilden, nicht weniger als neun Einzelbeiträge umfassen, die zu diskutieren den Rahmen dieser Retrospektive sprengen würde – werde ich auf das Geburtstags-Special in einer separaten Folge von Backtracking zurückblicken. Wann? Am 14. März – pünktlich zum Geburtstag.


Lesenswert?

Sind wir also durch für heute? Fast! Eines fehlt noch, und zwar unsere allseits beliebte Rubrik Lesenswert. Und weil der März 2017 nicht weniger als fünf Donnerstage umfasste, mussten auch die wöchentlichen Leseempfehlungen gleich fünfmal ran.

Die von Daniel kuratierte Unterrubrik „Hörenswert“ war zu diesem Zeitpunkt schon ein fester Bestandteil des wöchentlichen Repertoires und ist in allen fünf Ausgaben mit mindestens einer Podcast-Empfehlung vertreten.

Unter den folgenden Links gelangt ihr zu den einzelnen Ausgaben (die ich, wie üblich, noch einmal durchgesehen habe):


Der März 2017 war also ein echter Brocken und ich bin erstaunt, dass wir es geschafft haben, in so kurzer Zeit so viele Texte auf die Welt loszulassen. Was die schiere Anzahl der Veröffentlichungen angeht, stellten wir mit nicht weniger als 16 neuen Beiträgen einen bis heute(!) gültigen Rekord auf. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass drei dieser Beiträge Sammelbeiträge sind, die jeweils zwei bis drei kürzere Texte umfassen. Zählte man diese Texte einzeln, sind im März 2017 sogar 21 Beiträge erschienen. Nicht weniger als neun Autorinnen und Autoren haben an ihrer Entstehung mitgewirkt. Ein Höhepunkt unserer Geschichte.

In chronologischer Reihenfolge findet ihr die Beiträge des März 2017 in unserem Monatsarchiv. Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt, auch zu den älteren Artikeln – ich beantworte sie gern. [sk]