Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zu einem ganz besonderen Quest-Log!

Nicht nur der Quest-Log feiert mit dieser Ausgabe seinen zweiten Geburtstag – auch SPIELKRITIK.com wurde vor wenigen Tagen – ganz genau am 17. April 2021 – ein Jahr älter. Unser Thema des Monats im April lautet deshalb ganz selbstbezogen: Fünf Jahre SPIELKRITIK.

Um das zu feiern, haben wir diesmal gleich zwei Gäste eingeladen, die gemeinsam mit uns das Thema des Monats kommentieren und uns und euch verraten, was sie gerade spielen, lesen, sonst so machen.

So freue ich mich, Nora Beyer wieder einmal begrüßen zu dürfen. Nora war im Dezember 2016 die allererste Gastautorin bei SPIELKRITIK.com. In den darauffolgenden Jahren schrieb sie zwei weitere Gastartikel und war auch bei einem unserer Slowtalks dabei. Außerdem kennt ihr sie vielleicht als Redakteurin (und damit auch als meine Kollegin) beim GAIN-Magazin oder als Autorin lesenswerter Essays für die GameStar.

Daneben ist es mir eine besondere Ehre, André Eymann zum ersten Mal bei SPIELKRITIK willkommen zu heißen. In den letzten 5 Jahren habe ich unzählige andere Blogs kennengelernt, doch keinen verfolge ich so lange wie Videospielgeschichten.de, das trotz anderer Schwerpunktsetzung immer auch ein bisschen Vorbild war. André ist der Herausgeber von VSG und war im Sommer 2016 außerdem einer der ersten, die auf SPIELKRITIK.com aufmerksam wurden und dem jungen Projekt durch ihre eigene Reichweite zu einem guten Start verhalfen.

Und noch einen Neuankömmling bzw. Rückkehrer darf ich begrüßen: Unsere Unterrubrik „Backtracking“ ist wieder da. Vor einigen Monaten hatten wir sie in den Ruhestand geschickt, nun wagt sie ihr Comeback. Kurz und bündig blicke ich in dieser Rubrik fortan zurück auf SPIELKRITIK vor fünf Jahren. In dieser, der ersten Ausgabe also auf den April 2016.

Noch mehr als über die Vergangenheit freue ich mich allerdings auf die kommenden fünf Jahre – gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen, mit vielen zukünftigen Gästen, und natürlich mit euch, unseren Leserinnen und Lesern. Meldet euch gern selbst im Kommentarbereich und sagt, was ihr von alledem denkt, was ihr mit SPIELKRITIK verbindet und was eure Lieblingsartikel waren. Wir sind gespannt und freuen uns auf eure Kommentare!

Euer Sylvio [sk]


INVENTORY: Die aktuellen Favoriten der Redaktion
foto7_2Sylvio @spielkritik

Spielt: Rez Infinite, A Raven Monologue, Heavy Rain, Until Dawn, The Surge 2
Liest: Heinz Strunk: Das Teemännchen
Schaut: Snowpiercer, King of Queens (Staffeln 2 und 3), Léon – Der Profi
Hört: Einstürzende Neubauten: Alles in Allem
Und sonst? Hat es noch nicht übers Herz gebracht, den (abdekorierten) Weihnachtsbaum rauszuwerfen.

OKhjZsqh_400x400Pascal @pascalthehoff

Spielt: Nier Replicant, Mundaun, Say No! More, Hitman 2, Shadow Man, Alone in the Dark (2008)
Liest: Haruki Murakami: Erste Person Singular
Schaut: Bob’s Burgers, Ingrid Goes West
Hört: The Sonder Bombs, Feu! Chatterton, Noga Erez, Taylor Swifts Neuaufnahme von Fearless
Und sonst? Wurde durch die (letztendlich unberechtigte) Torschlusspanik um den PSN Store inspiriert, einige Disk-only Games der frühen PS3-Ära nachzuholen. Endlich kann er die Giant Enemy Crab selbst erleben!

Profilbild JessicaJessica @JessicaKathmann

Spielt: Mundaun, My Time at Portia, Batman: Arkham Asylum
Liest: Christian Roesler: Das Archetypenkonzept C.G. Jungs
Schaut: Porträt einer jungen Frau in Flammen
Hört: Nichts Besonderes.
Und sonst? Freut sich über ein Blaumeisenpärchen, das den Nistkasten direkt vor ihrem Fenster zum Nisten auserkoren hat. <3

dennis-1
Dennis @VG_Analyse

Spielt: Mafia, Mafia II, Pilotwings 64, Wave Race 64
Liest: Film & Video: Das BDFA Clubmagazin
Schaut: Der Pate 1-3, Sound of Metal, M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Hört: Den neuen The Offspring-Song: Let the Bad Times Roll
Und sonst? Hat sich einen neuen Xbox-Controller gekauft und hofft, dass nun endlich die Schultertasten länger halten als 18 Monate.

vsg_ae_700x700
Freund des Hauses: André @vsg_DE

Spielt: Saboteur, Killzone, Red Zone
Liest: Barack Obama: Ein verheißenes Land, Eugen Pfister & Tobias Winnerling: Digitale Spiele und Geschichte
Schaut: Ex Machina, The Americans, Nord bei Nordwest: Sandy
Hört: Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs, Folge 9: Die Elfen von Cottingley
Und sonst? Kauft sich dieses Frühjahr endlich ein neues Fahrrad. Das letzte ist von 1989.

NoraBeyer_BG_Texte
Freundin des Hauses: Nora @norabeyer

Spielt: Detroit: Become Human, Doom Eternal
Liest: Bernard Cornwell: Saxon Stories (in besorgniserregender Suchtschnelligkeit; derzeit Band 4).
Schaut: Die Bourne-Filme (zum allerersten Mal, ist völlig an ihr vorbeigegangen).
Hört: Mambo Italiano (hey!). Und sonst derzeit viel den Herzschlag ihres noch ungeborenen Kindes via CTG (ziemlich cooler Sound).
Und sonst? Und täglich grüßt das Murmeltier auch noch ein Jahr Pandemie später. Hat die Isolationskunst mittlerweile zur Meisterschaft gebracht und ist bereit fürs Level-Up in die Post-Pandemie, please.


SIDE QUEST: Fünf Jahre SPIELKRITIK.com!
vsg_ae_700x700

André meint:

SPIELKRITIK kenne ich schon seit den ersten Tagen und seitdem folge ich dem Blog auch bei Twitter. Aufmerksam wurde ich durch das Feature „Die Banalität und die Magie des Club Nintendo Magazins“, weil mich Printmagazine über Videospiele ebenfalls seit jeher interessieren. Schnell stellte ich fest, dass Sylvio die Vielfalt und den Facettenreichtum der Videospielkultur teilt und schätzt. Was im Mai 2016 noch als „Experiment“ angekündigt wurde, hat sich mittlerweile als eine feste und für mich unabdingbare Größe im Bereich deutschsprachiger Gamingblogs etabliert. Was mir am besten gefällt: die Spiele und Themen werden mit einer ausformulierten Tiefe besprochen, die dennoch nicht ins akademisch-langweilige abrutscht und immer die Liebe zum Medium feiert. Herzlichen Glückwunsch SPIELKRITIK und danke, dass du hier bist!

Meine Artikelempfehlung ist „Von Spieleberatern und Co-Piloten“ von Patrick Pohsberg. In seinem Text erinnert Patrick an die oft umfangreichen und illustrierten Lösungsbücher und Ratgeber, die als Teil des Gesamtkunstwerks Videospiel leider immer seltener anzufinden sind.

NoraBeyer_BG_Texte

Nora meint:

Ist das schon wieder so lange her? Mei, die Zeit, sie eilt! Wir haben Slowtalk betrieben über einen möglichen Videospiel-Kanon, ich durfte über Kinderdarstellungen in Spielen und die Probleme von Open-World-Games schreiben und überhaupt viel Spielkritik betreiben – dank Spielkritik! Abseits konventioneller Formate war Spielkritik von Anfang an eine Qualitäts-Perle – und Sylvio die gute und hyper-engagierte Spielejournalismus-mit-Niveau-Fee dahinter :). 2016 habe ich hier einen meiner allerersten Artikel veröffentlichen dürfen. Es war mir eine Ehre. Es ist mir eine Ehre. Ich wünsche Spielkritik noch mindestens das n-fache an zukünftigen Jubiläen und eine weitere güldene Zukunft. Ihr seid mega, ihr seid wichtig, ihr seid Spielkritik!

Absolut lesenswert: Die Reihe „Black Characters in Games“. Sauber recherchiert, mit interessanten Bezügen zu historischen und kulturellen Hintergründen und Transfers – und (auch) im Spielejournalismus sowas von überfällig!

dennis-1

Dennis meint:

Spielkritik ist nun schon seit fünf Jahren aktiv. Ich habe davon bereits zwei Jahre sowohl als Leser als auch als Kritiker miterlebt. Für mich stand schon nach nur wenigen gelesenen Artikeln fest, dass ich für diese Seite schreiben muss. Es sind vor allem die analytischen Texte, die mich überzeugen konnten. Aber auch die Quest-Logs und Empfehlungen in Lesenswert sind immer wieder eine angenehme Bereicherung für Videospielliebhaber. Umso erfreulicher war es dann, als ich nach meinem zweiten veröffentlichten Gastartikel in die Redaktion aufgenommen wurde. Es ist schön, ein Teil des Teams zu sein und Videospielbeiträge beizusteuern. Damit wünsche ich meinen Kollegen und auch mir selbst alles Gute zum 5-jährigen Bestehen. Auf dass wir weiterhin interessante Themen zur Videospielkultur beitragen können.

Meine Empfehlung: „Innenansichten: Raum und Ort in Life is Strange und Captain Spirit“ von Sylvio Konkol. Ein umfangreicher Artikel zu einem kompakten Spiel. Sylvio beschreibt detailliert die wunderschönen Momente in “Captain Spirit“.

Profilbild Jessica

Jessica meint:

Fünf Jahre gibt es Spielkritik nun also schon; den „jungen Blog auf der Suche – von banal bis anspruchsvoll“, wie es auf unserer Redaktionsseite heißt. Spielkritik war das erste größere Projekt, auf das ich abseits des Mainstream-Games-Journalismus stieß – und eigentlich nie banal, sondern stets anspruchsvoll. Die Philosophie, dass auch ältere und nischigere Titel Beachtung verdienen und ihren Beitrag zum Kulturgut „Videospiele“ leisten, sprach mir aus der Seele. Ich wusste: Hier bin ich richtig! Und wie stolz war ich bei der Veröffentlichung meines ersten Gastartikels! Kurz darauf wurde ich Redaktionsmitglied und das bereue ich keinen Tag. Lauter fantastische Menschen, allen voran Sylvio, der stets engagiert und mit klugen Gedanken berät und unterstützt. Vielen Dank! Happy Birthday Spielkritik! Auf viele weitere Jahre! <3

Meine Empfehlung: Nora Beyers GASTSPIELER-Beitrag “Und wer denkt an die Kinder? – Kinderdarstellungen in Spielen”. Feinsinnige Gedanken über Potenziale und Herausforderungen der Implementierung von Kindern in Spielen! Eine Menge Tiefgang verpackt in einem locker-leichten Text.

OKhjZsqh_400x400

Pascal meint:

So sehr die deutsche Blogszene auch straucheln mag, umso glücklicher bin ich darüber, dass Spielkritik in seinen fünf Jahren nur gewachsen ist. Die Vielfalt der Themen ist, was Spielkritik ausmacht – und obgleich der analytische Anspruch immer derselbe bleibt, glänzen auch die Formate durch strukturelle und stilistische Varianz. Als Aus-der-Hüfte-Schreiber bin ich häufig mit kürzeren, subjektiven Themen ohne hohen Rechercheaufwand vertreten. Trotzdem fügen sich meine spontanen Schreibimpulse perfekt ins Gefüge mit aufwendigen Reportagen oder beinahe schon wissenschaftlichen Abhandlungen komplexerer Themen.

Meine Empfehlung: „Wider den Zynismus: Das Thema Fremdenfeindlichkeit in Xenoblade Chronicles X“ – die umfangreiche Analyse eines Sujets im Hintergrund, deren Erkenntnisse eines meiner liebsten RPGs der letzten Jahre rückblickend noch faszinierender machen.

foto7_2

Sylvio meint:

Gerade als Chefredakteur will ich dem Geburtstagsjubel etwas Selbstkritik entgegenhalten und konstatieren, dass die Goldene Ära von SPIELKRITIK, die ich ungefähr auf das Jahr 2018 datiere, ja eigentlich schon vorbei ist. Zwar waren auch die nachfolgenden Jahre bestimmt von stetig wachsenden Besucherzahlen, doch der Wert einer Publikation misst sich an mehr als reichweitenstarken Bestandsartikeln. Als größte Herausforderung erweist sich die zunehmende Verinselung der deutschen Spieleblog-Landschaft: Im Getöse neuer Grabenkämpfe wurde zerrieben, was vor drei, vier Jahren noch so unverbraucht und vielversprechend pluralistisch aussah. Zu zögerlich und zu defensiv reagierte SPIELKRITIK auf die wachsende Tendenz zur selbstbestätigenden Klientel-Bloggerei und lief Gefahr, in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen. Für die Zukunft braucht es eine Neubestimmung der eigenen Position, ausgerichtet an den eigenen Werten und Stärken, die sich diesen destruktiven Tendenzen selbstbewusst entgegenstellt, statt von ihnen vereinnahmt oder marginalisiert zu werden. Gelingt das, erlebt SPIELKRITIK in den nächsten fünf Jahren vielleicht seine zweite Goldene Ära.

Meine Artikelempfehlung ist „Krieg der Rubriken – Spielejournalismus in Deutschland“, Yannic Hertels besonnener und reflektierter Gastkommentar zum Stand des Spielejournalismus anno 2017. Der kurzweilige Text lädt ein, darüber nachzudenken, welche Aussagen auch heute noch zutreffen und welche neuen Probleme sich aufgetan haben.


BACKTRACKING: SPIELKRITIK vor fünf Jahren
Folge 1: Der April 2016

SPIELKRITIK startete am 17. April 2016 und es startete spontan: ohne lange Vorrede, ohne einen Willkommens-Post, sondern einfach mit dem ersten Beitrag. Dabei handelte es sich um meine Kritik zum Horrorspiel „Project Zero 2: Wii Edition“. Diese Kritik erschien – bis heute einzigartig – in drei Teilen. Der zweite Teil erschien zwei Tage nach dem ersten, der dritte Teil weitere drei Tage später, also am 22. April.

Dazwischen, am 21. April, erschien auch schon die erste Ausgabe von Lesenswert, die noch recht bescheidene drei Artikel-Empfehlungen umfasste. Lange Zeit erschien Lesenswert wöchentlich, was bedeutet, dass bereits am 28. April die zweite Ausgabe folgte, mit immerhin schon vier Empfehlungen.

Dazwischen erschienen noch Impressionen zum obskuren Party-RPG „Dokapon Kingdom“, die heute vielleicht als Kurzkritik durchgehen würden. Damals begründeten sie die etwas vage Kategorie „Impressionen“, die bis heute Sammelbecken für Artikel ist, die anderswo nicht so recht hineinpassen.

Und damit war der kurze erste Monat in der Geschichte von SPIELKRITIK auch schon rum. Eine Übersicht aller Artikel findet ihr im Monatsarchiv des April 2016. Habt viel Spaß beim Nachlesen und denkt daran: Auch ältere Beiträge freuen sich über Kommentare und Verlinkungen! [sk]


Logbucheintrag Ende. Ende Mai melden wir uns wieder. Ein neuer Freund (oder eine neue Freundin) des Hauses und ein neues Thema des Monats werden natürlich auch dabei sein. Lasst euch überraschen. Bis dahin!

Beitragsbild dieses Quest-Logs: Screenshot aus Heavy Rain (Quantic Dream & Sony, 2010/2016). Nachbearbeitet.