Inhaltsverzeichnis:

#500 bis #451
#450 bis #401 
#400 bis #351
#350 bis #301
#300 bis #251
#250 bis #201
#200 bis #151
#150 bis #101 (aktuelle Seite)
#100 bis #51
#50 bis #1

150. Dicey Dungeons (2019)

Dicey Dungeons hat ein geniales Spielkonzept, das auf dem Papier scheußlich klingt. Die rundenbasierten Kämpfe auf Kniffelbasis leiden lange nicht so sehr unter der Willkür der Würfel wie ich es befürchtet hätte. Vielleicht hat Dicey Dungeons sogar eines der besten und originellsten rundenbasierten Kampfsysteme dieses Jahrzehnts. Wären da nicht doch diese paar fiesen Pechmomente, die aufgrund der hohen Fallhöhe die Suppe versalzen.

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149. Disco Elysium (2019)

Wenige Spiele sind so meisterhaft geschrieben wie Disco Elysium. Das Selbstbewusstsein der hochpolitischen Erzählung sollte Disco Elysium einen viel höheren Platz gewähren, doch störte mich auch hier das CRPG-Gerüst. Das Geklicke ist mühselig, die Vogelperspektive non-immersiv und die RPG-Systeme unterwandern – wenngleich konzeptuell faszinierend – artifiziell meine Entscheidungsfreiheit. Dass ich Disco Elysium bis heute nicht beendet habe, spricht Bände – auch wenn es mich schmerzt.

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148. Her Story (2015)

Weniger bauchig als der Nachfolger Telling Lies; dennoch haben mich die vergleichsweise wenigen Videos ungleich mehr verwirrt. Wenngleich das vorliegende Rätsel ein wenig zu diffus für meine kognitiven Kapazitäten war, konnte Her Story mich auch mit einem Fuß in Unkenntnis ungemein faszinieren.

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147. Vectronom (2019)

Vectronom ist eines der seltenen echten Rhythmus-Spiele: Es geht nicht um irgend geartetes Nachspielen von Musik, sondern um tatsächliches Spielen im Einklang mit Musik. Als isometrischer Platformer erfordert Vectronom das Hüpfen von Feld zu Feld im Takt zu elektronischer Musik. Das Ganze wirkt extrem simpel, entfaltet durch die erforderliche Konzentration auf Musik und Hüpfen aber eine ungeheure hypnotische Wirkung – wie ein intensiver kunterbunter Rausch.

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146. Iconoclasts (2018)

Iconoclasts war nicht ganz das, was ich vorm Spielen erwartet hatte. Für ein Quasi-Metroidvania hat es überraschend viele Dialoge. Diese verloren sich gerne mal in Worldbuilding-Gewäsch, wie man es sonst nur von Final Fantasy XIII gewohnt ist. Dass Iconoclasts trotzdem so einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, liegt vor allem an seiner ausgeprägten Identität. Die Pixeloptik ist ausdrucksstark und die zahlreichen Charaktere erinnerungswürdig. Einige Längen im Spielverlauf wären besser ausgebügelt, aber die spektakulären Actionszenen und Bossfights gleichen alles aus.

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145. Overwatch (2016)

Würde ich Multiplayer-Shooter lieben, wäre Overwatch sicherlich mein Favorit. Ich mag den Team-Aspekt, ich mag die konsequente Abkehr vom typischen Deathmatch, ich mag die Charaktere – sowohl spielerisch als auch narrativ. Einfach ein wunderbar rundes Spiel, das sicherlich noch mehr zurückgeben würde, würde ich mehr Zeit investieren.

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144. Untitled Goose Game (2019)

Der stummfilmhafte Humor des Untitled Goose Game ist in dieser Spielform einzigartig. Trotz aller Genialität ist die Halbwertszeit des Gansseins für mich aber recht gering gewesen. Selbst der lustigste Moment war nur von kurzer Dauer und im Nachhinein hege ich fürs Goose Game keine sonderlich starken Gefühle. Anders könnte ich nicht erklären, wieso es nicht noch höher in der Liste auftaucht.

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143. Dark Souls II (2014)

Zu Unrecht als schwarzes Schaf abgestempelt. Ist es der schwächste Teil der Reihe? Ja. Ist es deshalb ein schlechtes Spiel? Niemals! Insbesondere das zentrale Dorf sowie einige der besonders trostlosen Gegenden kreieren eine spezielle Form der Melancholie, die andere Souls-Titel nicht bieten. Die Kritik am langsameren Kampfsystem konnte ich als solche nie nachvollziehen.

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142. Hitman (2016)

Eines der wenigen Spiele, in denen ich nicht schnurstracks zum Hauptziel eile. Dafür war ich auch häufig viel zu inkompetent. In Hitman kann vieles sagenhaft schiefgehen – so auch bei mir. Wie die beispiellos lebendige und authentische Welt auf diese Miseren reagiert, ist das Salz in der Suppe meiner Hitman-Erfahrung. Slapstick trifft Stealth und ich liebe es.

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141. Trails of Cold Steel (2013)

Hat das Potential, sogar grandioser zu sein als Persona. Das Worldbuilding sucht seinesgleichen, doch leider bremst die formelhafte Progression in extrem langsamem Tempo das Momentum. Auch visuell reizt der generische Stil die Kreativität der Welt nicht aus.

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140. Dandara (2018)

Schon wieder ein Metroidvania! Diesmal kann die Protagonistin sich nur durch lineare Wandsprünge fortbewegen. Faszinierend, wie eine kleine Änderung in der Fortbewegung zu solch einem frischen Spiel führen kann. Zuweilen wird das ständige Drehen der Räume etwas verwirrend. Das wilde Hüpfen zwischen Decke, Wand und Boden bleibt aber aufregend genug, um das zu entschuldigen. Auch die von brasilianischer Kultur inspirierte Ästhetik ist angenehm unverbraucht.

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139. Bury Me, My Love (2017)

Ich liebe das Konzept der Chat-Kommunikation in Echtzeit. Ich begleite meine vom Krieg nach Europa flüchtende Freundin per Textnachrichten auf ihrer beschwerlichen Reise und bekomme ihre Antworten in authentischen Zeitabständen. In der Praxis sieht das Ganze so aus, dass meine virtuelle syrische Freundin mir häufig dann schreibt, wenn ich gerade keine Zeit habe, am Smartphone zu spielen. Genau das ist zwar der Punkt des Spiels, aber weil es sich eben doch nur um Fiktion handelt, ist das Ignorieren des Spiels letztendlich zu einfach. Dieser Konflikt verwässert leider das geniale grundlegende Konzept.

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138. Overcooked (2016)

Eines der absolut besten und originellsten Koop-Spiele des Jahrzehnts. Perfekte Kommunikation und Koordination sind so essentiell wie in kaum einem anderen Koop-Spiel. Auf Dauer wird Overcooked jedoch so chaotisch und stressig, dass allein der Gedanke daran graue Haare sprießen lässt.

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137. Ape Out (2019)

Ape Out ist Jazz in Spielform. Ungezügelt, unvorhersehbar, ein Meer aus Höhen und Tiefen. Vom absolut meisterhaften dynamischen Soundtrack bis zur Befreiungsnarrative Mensch gegen Tier stimmt hier fast alles – wäre dieser Free Jazz nicht häufig so gnadenlos und frustrierend schwierig.

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136. Devil May Cry 5 (2019)

Devil May Cry 5 ist das vielleicht beste Devil May Cry (für PS2-Banausen wie mich) und trotzdem ist es halt kein Bayonetta. So großartig DMC5 sein mag – der Vergleich mit einer so ähnlichen und gleichzeitig so hohen Messlatte beeinträchtigt die Rezeption des Neuzugangs. Die Level mit Nero und Dante sind hervorragend, werden aber thematisch schnell eintönig; die Level mit V waren von vornherein eintönig. Generell ist mangelnde Abwechslung DMC5s größte Schwäche. Zu wenige verschiedene Gegner in den immergleichen höllischen Korridoren.

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135. Assassin’s Creed Origins (2017)

Meine Beziehung zur Assassin’s Creed-Reihe ist eine seltsame. Ich interessiere mich fast ausschließlich für die atemberaubende Inszenierung der historischen Schauplätze. Aus diesem Grund war Origins für mich das reinste Fest – obwohl ich vorher gar nicht wusste, wie faszinierend das antike Ägypten ist. Auch spielerisch gehört Origins zur Speerspitze der Reihe. Anstatt wie sonst nur solides Beiwerk zu sein, hat das Gameplay tatsächlich Spaß gemacht. Das einzige große Manko des Spiels ist der zu große Zwang, Nebenquests zu erfüllen. Reine Erkundung wird leider zu wenig belohnt.

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134. Super Mario Maker (2015)

Die große Stärke von Mario Maker ist die Zugänglichkeit des Baukastens. Sogar ein Kreativmuffel wie ich hat hier einige tolle Level schaffen können. Gleichzeitig sorgt diese simple Plattform für eine zu große Schwemme mittelmäßiger Kreationen. Trotz der ambivalenten Qualität der gebauten Level ist Mario Maker exakt der Editor für 2D-Platformer, den die Welt seit Little Big Planet verdient hat.

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133. Super Mario Maker 2 (2019)

Super Mario Maker 2 ist quasi Mario Maker 1 plus ein paar Updates für die Switch. Nach wie vor ein grandioser Baukasten, aber nichts, was mich hier vom Stuhl fetzt – muss ja auch nicht sein. Aber dann macht Mario Maker bitte einfach zu einer Plattform statt zu einer Reihe mit mehreren Ablegern, die sich kaum unterscheiden. (Ja, das ist Meckern auf hohem Niveau.)

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132. Pullblox World (2014)

Einer der übersehenen Geniestreiche des Puzzle-Genres. Nicht nur sind die Block-Puzzles extrem elegant und intelligent; auch das Design der Spielwelt ist ungemein charmant. Jedes gute Puzzlespiel profitiert von einer sinnvoll integrierten Spielwelt, die dem Rätselspaß mehr Emotionen verleiht. Schade, dass diese Perle von Intelligent Systems auf der Wii U unterging.

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131. Tomb Raider (2013)

Ein Gemisch verschiedenster Mainstream-Trends, das trotzdem spaßiger und spannender ist als jedes vorherige Uncharted. Ludonarrative Dissonanz beiseite – Tomb Raider (2013) ist ein gelungenes Abenteuer, das bis zur letzten Sekunde actionreich bleibt. Nicht sonderlich elegant oder zurückhaltend, aber dafür umso effektiver.

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130. Grand Theft Auto V (2013)

Die wahre Leistung von Grand Theft Auto V: Es hat GTA-Gameplay gut gemacht. Es gibt immer noch viel sinnloses Geballer und Gekurve, aber im Großen und Ganzen birgt fast jede Mission ihren eigenen spielerischen Twist. Die Erzählung ist in etwa so grazil wie der stereotype GTA-Fan, aber insgesamt hat sie mehr Höhen als Tiefen.

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129. Dead Cells (2018)

Kampfmechaniken und Atmosphäre sind absolut on point. Dead Cells birgt eimerweise intensivste Action-Momente. Die Fallhöhe erhöht die Intensität, doch was ist der Preis? Jeder Tod wird mit einem unerträglichen Grad an Backtracking bestraft. Wieso gibt es hier keine optionalen Rücksetzpunkte? Ich weiß, es ist ein Roguelike. Aber hätte es Dead Cells wirklich geschadet, weniger Roguelike zu sein?

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128. Papers Please (2013)

Papers Please verknüpft traditionelles, forderndes Gameplay organisch mit politischem und emotionalem Gewicht, ohne je gestelzt zu wirken. Konzept und Ausführung greifen perfekt ineinander. Absolute ludonarrative Harmonie.

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127. VA-11 HALL-A (2016)

VA-11 HALL-A ist absolut tiefenentspannt, vielleicht sogar etwas langatmig, aber kaum eine Textbox ist nicht entweder interessant, unterhaltsam oder charmant. Die Vibes des statischen Fensters in die pixelige Bar sind so thick, dass ich VA-11 HALL-A kaum spielen kann, ohne selbst einen Cocktail zu ersehnen. Melancholische Monotonie als bittersüßes Beruhigungsmittel.

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126. Pyre (2017)

War ich anfangs skeptisch, so konnte Pyre mich später umso mehr begeistern. Das Erlösen der einzelnen Party-Mitglieder, das mit dem Verlust desselben Charakters einhergeht, sorgt für überraschend emotionale Momente und hebt die Erzählung auf eine persönliche Ebene. Erst die Erkenntnis über den unweigerlichen Verlust der Charaktere hat sie mir richtig ans Herz wachsen lassen.

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125. God of War (2018)

Das erste God of War, in dem Kratos erträglich ist. Das Spiel ist audiovisuell ein Hochgenuss – ich mag sogar das Mittendrin-Gefühl der engen Kameraperspektive. Spielerisch gefällt mir God of War besser als erwartet, auch wenn die RPG-Mechaniken aufgesetzt wirken. Level- und Gegnerdesign werden gen Ende ebenfalls immer eintöniger. Die Erzählung ist das Vorzeigebeispiel fürs Prädikat „Gut für ein Spiel“ – vielleicht sogar sehr gut. Trotzdem sehe ich keine mögliche Zukunft, in der ich God of War noch einmal durchspielen werde. Dafür mangelt es einfach zu sehr an motivierendem Gameplay im Verhältnis zu einer solch ausufernden Spieldauer.

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124. Yakuza 6 (2016)

Das bessere Dad-Game. Zum vorläufigen Finale kehrt die Reihe wieder zu ihrem Fokus auf Kiryu Kazuma zurück und es zahlt sich aus. Ohne multiple Protagonisten ist die Erzählung von Yakuza 6 angenehm flott und spannend. Die Mischung der gegensätzlichen Schauplätze sorgt für tolle Abwechslung – nicht, dass wir mit so viel Melodrama am Ende noch mehr Antrieb bräuchten.

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123. Anodyne 2: Return to Dust (2019)

Ich stehe so hart auf diesen PlayStation 1 Low-Poly-Look! Auch wenn in der dreidimensionalen Oberwelt nicht viel los ist, ist Anodyne 2 allein für seine Atmosphäre bezaubernd. Die 2D-Dungeons sind zum Glück ebenfalls deutlich besser als im Erstling. Die Geschichte ist mir persönlich stellenweise zu esoterisch, aber das macht sie nicht weniger faszinierend.

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122. GRIS (2018)

Gris verkörpert Schönheit und Eleganz, die über Stunden hinweg hypnotisieren. Wie auf einer Welle bunter Farben glitt ich durchs Spiel. Gris ist einfach nur betörend schön. Vielleicht eines der schönsten Spiele, die ich je gespielt habe. Dass die Allegorien etwas flach und formelhaft sind, kann man da vernachlässigen.

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121. Wolfenstein: The New Order (2014)

Nicht, was ich erwartet hatte. Statt rücksichtsloser, brachialer Gewalt bekam ich eine der faszinierendsten und besterzählten Geschichten der jüngeren Third-Party-AAA-Szene. Wolfenstein: The New Order inszeniert den Nationalsozialismus wie eine übermächtige Apokalypse. Der Kampf ums Überleben ist einzigartig ergreifend.

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120. Yooka-Laylee and the Impossible Lair (2019)

Aus irgendeinem Grund hatte ich damit gerechnet, dass auch das zweite Yooka-Laylee äußerst mittelmäßig werden würde. Plötzlich spielte ich einen der gelungensten 2D-Platformer der letzten Jahre. Nicht allzu weit entfernt vom großen Vorbild mit Donkey Kong. Der brutal schwierige letzte Level ist ein seltsamer Bruch, trägt aber rückblickend zum Charakter des Spiels bei.

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119. Nier Automata (2017)

Nier Automata gefiel mir nach dem Spielen besser als während des Spielens. Versteht mich nicht falsch – wäre der kriminell repetitive „zweite Durchgang“ nicht gewesen, stünde Nier: Automata deutlich höher in meiner Gunst. Aber dieses verpflichtende, zermürbende zweite Drittel steht nun einmal zwischen dem interessanten ersten und dem atemberaubenden dritten Akt des Spiels. Es hat sich trotzdem gelohnt, diese Mühen auf sich zu nehmen, um im „True Ending“ einen der besten Videospielmomente des Jahrzehnts zu erleben. Aber im Großen und Ganzen hat mir der anschließende Diskurs über die Symbolik und Philosophie des Spiels besser gefallen als das Spielerlebnis an sich.

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118. The Evil Within (2014)

Als Quasi-Nachfolger zu Resident Evil 4 ist The Evil Within nicht minder genial in der Verzahnung seiner vielen kreativen, flexiblen Mechaniken. Kaum ein Moment vergeht, ohne dass es mir neue Ideen entgegenschmeißt. Einzig die wirre Progression ohne greifbaren roten Faden – egal, ob beabsichtigt oder nicht – hielt mich davon ab, noch weitaus tiefer in diese makabre Welt zu versinken.

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117. Yoku’s Island Express (2018)

Metroidvanias gibt es wie Sand am Meer. Aber Metroidvanias mit einer Pinball-Mechanik als primäres Mittel der Fortbewegung? Diese einzigartige Prämisse, gepaart mit einer kunterbunten handgezeichneten Kulisse hebt Yoku’s Island Express in die Riege der frischesten Wohlfühl-Spiele des Jahrzehnts.

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116. Arms (2017)

Das erste Switch-Jahr hatte einen ganz eigenen Schwung. Arms ist für mich DAS Spiel, das diese Aufbruchstimmung bei Nintendo am besten einfängt. Ich bin bis heute nicht annähernd gut genug, um Arms‘ kompetitives Potential vollends auszuschöpfen. Dennoch liebe ich die Energie, die es versprüht – allein die Titelmelodie ist es wert, Arms hin und wieder anzuschmeißen.

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115. Outbuddies (2019)

Die besten Metroidvanias sind Meister der Atmosphäre. Outbuddies hat offensichtlich von den besten gelernt und verwandelt abstrakte Pixelart in eine der schaurigsten 2D-Welten, die ich kenne. Ich hasste jeden Boss des Spiels und auch die Steuerung ist zuweilen etwas ungelenk; doch Outbuddies ist schlicht ein Geschenk für Fans intensiver und motivierender Erkundung.

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114. Zelda: Tri Force Heroes (2015)

Vielleicht das meistunterschätzte Zelda? Seit Oracle of Ages and Seasons hatte ich nicht mehr so viel Freude an Zelda-Dungeons. Absolut meisterhaftes Gamedesign, das vollends ausnutzt, dass Drei-Spieler-Koop quasi Pflicht ist.

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113. Mass Effect Andromeda (2017)

Eine der großen 180-Grad-Wenden meiner Spielerezeption. Als riesiger Mass Effect-Fan war ich zum Launch zunächst enttäuscht von diesem halbgar anmutenden Nachfolger. Erst drei Jahre später erkannte ich, wie viel von dem, was ich an Mass Effect liebe, tatsächlich auch in Andromeda zu finden ist – in einigen Belangen sogar noch mehr als in Mass Effect 2 und 3. Pro-Tipp: Auf keinen Fall die potthässlichen Standardcharaktere verwenden. Ich glaube, das hat mir im ersten Anlauf unbewusst schon viel kaputtgemacht. Nur wenige Spiele sind so viel besser als ihr Ruf.

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112. Sonic Mania (2017)

Anders als viele Fans von Sonic Mania hatte ich nie eine innige nostalgische Beziehung zu den Sonic-Klassikern der 90er. Doch gerade deswegen konnte Sonic Mania mich umso mehr beeindrucken. Es ist das erste 2D-Sonic-Spiel, das ich uneingeschränkt genießen konnte. Der leicht überarbeite Anstrich des traditionellen Artdesigns in Kombination mit dem superben 90s-Soundtrack verleiht Sonic Mania eine ungemein prägnante Ästhetik. Sonic Mania entledigt sich zudem althergetragener Schwächen im Gamedesign und fühlt sich darum fairer und flüssiger an.

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111. Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain (2015)

Frühere MGS-Titel überzeugten mich vor allem durch ihre Handlung. Hier war es exakt andersherum. Die Story ist komplett panne, aber leck mich fett, ist MGS5 ein grandioses Casual Stealth Game. Genre-Profis vermissen vielleicht die enorme Vielschichtigkeit eines MGS3. Mich jedoch konnten allein die Animationen und das Gefühl der Steuerung vollends überzeugen.

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110. Telling Lies (2019)

Telling Lies trifft eine wunderbare Balance zwischen Mysterium und einem zu jeder Zeit klar ersichtlichen roten Faden. Im Vergleich zum kühlen Her Story wirkt der voyeuristische Einblick in intime Alltagsgespräche deutlich wärmer. Ich hätte nicht erwartet, wie sehr ich beim Spionieren die Zeit vergessen würde. Störend war einzig der Umstand, dass viele der einseitigen Videodialoge zur Hälfte aus Stille bestanden. Diese Stille zu füllen mag Teil der investigativen Herausforderung sein, doch hätte man die Lösung – zum Beispiel durch simultanes Abspielen zweier passender Videos – vereinfachen können.

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109. Assassin’s Creed Unity (2014)

Einer der Hügel, auf denen ich sterben werde, ist: Assassin’s Creed Unity war seinerzeit das bisher beste Assassin’s Creed. Nicht nur ist Paris ein atemberaubendes Setting; auch das Gameplay geht zum ersten Mal wirklich auf. Unity führte eine essentielle Funktion ein, die Assassin’s Creed seit jeher fehlte: Das Ducken. Klingt saublöd, war aber ein echter Gamechanger, über den nie jemand so richtig geredet hat. Die Bugs zum Release waren im Diskurs um Unity einfach zu dominant.

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108. Return of the Obra Dinn (2018)

Das vielleicht beste Detektivspiel. Return of the Obra Dinn erfordert ähnliche Kompetenzen wie eine echte Ermittlung: Hingucken, zuhören, vergleichen, kombinieren. So genial ich Mystery-Geschichte und Zeitreise-Mechanik finde – mich hat irgendwann alles überfordert. Am Ende des Spiels stand ich vor einem Berg voller Unbekannten – ohne die Motivation für mehr Quervergleiche. Auch der eindrucksvolle Grafikstil birgt heftige Nachteile: Zu viele der circa 60 Charaktere sehen sich viel zu ähnlich und das Untersuchen der Umgebung ist eine Tortur. Dennoch ein Geniestreich.

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107. Axiom Verge (2015)

Nicht das beste Revival-Metroidvania, aber eines der stilvollsten. Axiom Verge perfektioniert den Metroid’schen düster-pinken Pixelbrei, während mein Herz zum Synth-Soundtrack schlägt. Außerdem: Aus irgendeinem Grund nutzen nur wenige Indie-Metroidvanias Schusswaffen. Axiom Verge hingegen füllt diese Lücke mit einem ganzen Schweizer Taschenmesser verschiedenster kreativer Kanonen.

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106. Sayonara Wild Hearts (2019)

Sayonara Wild Hearts ist wie ein grandioses interaktives Musikalbum. So sollte man das Spiel auch begreifen. Denn sobald man auf Highscore-Jagd geht oder denselben Level etliche Male am Stück spielt, fällt alles in sich zusammen. Seine extreme Kurzweiligkeit macht Sayonara Wild Hearts keineswegs schlechter. Es beinhaltet einige der beeindruckendsten audiovisuellen Momente des Jahrzehnts. Der Augenblick, wenn beim ersten Bossrennen der Boden reißt und die Figur freischwebend durch den Abgrund gleitet, löst bei mir immer wieder denselben ehrfürchtigen Effekt aus.

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105. ABZÛ (2016)

Rein ästhetisch gefällt mir ABZÛs Unterwasserwelt sogar noch deutlich besser als Journeys Wüstenruinen. Der Vergleich liegt so nah, dass ABZÛ narrativ nur den Kürzeren ziehen kann. Der Tauchgang war wahrhaft bezaubernd, doch wo war das erzählerische Gewicht?

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104. Super Smash Bros. for Wii U / 3DS (2014)

Die perfekte Mischung aus dem rasanten Melee und dem lethargischen, aber lustig-chaotischen Brawl. Wer Smash Bros. nur ohne Items auf Final Destination spielt, verpasst das kunterbunte Feuerwerk, mit dem Smash Bros. für Wii U mir etliche Abende mit Freunden versüßte.

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103. Fire Emblem: Awakening (2012)

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück. Awakening ist das buchstäbliche Erwachen der Reihe, verwässert aber auch die etablierte Formel, die Path of Radiance und Radiant Dawn nahezu perfektionierten. Immerhin zeigten Dating, Kombi-Angriffe und unausstehliche Anime-Klischees hier noch mehr Zurückhaltung als im durchwachsenen Nachfolger Fates.

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102. Ace Combat 7: Skies Unknown (2019)

Wie können Leute so oft übersehen, dass Ace Combat eine japanische Reihe ist? Da wären die abgedrehten Kriegsszenarien auf fiktiven Kopien von USA und Europa. Oder die bombastische Flugaction mit abwechslungsreichem Missionsdesign in jedem einzelnen Kapitel. Und natürlich: Der viel zu epische Soundtrack, der den Kampfjets erst ihr Feuer verleiht. Die Mischung dieser Elemente ist der Verstärker, durch den Ace Combat 7 ganz große Actionspiel-Energie verströmt. Zudem war das Fluggenre im vergangenen Jahrzehnt spürbar unterrepräsentiert und es wirkt allein deshalb ungemein frisch.

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101. Destiny 2 (2017)

Auf dem Papier ist Destiny 2 in vielerlei Hinsicht besser als sein Vorgänger. Jedoch sind die Parallelen zu stark, als dass ich mich noch einmal auf dieselbe Loot-Spirale hätte einlassen können. Der Sargnagel für die Langzeitmotivation (beider Teile) ist das mühsame Reisen zwischen Hubs und Planeten mit endlosem Leerlauf. Die Atmosphäre der Welt ist dennoch erhaben.

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