Inhaltsverzeichnis:

#500 bis #451
#450 bis #401 
#400 bis #351
#350 bis #301
#300 bis #251
#250 bis #201
#200 bis #151
#150 bis #101
#100 bis #51
#50 bis #1 (aktuelle Seite)

50. Baba Is You (2019)

Baba Is You habe ich leider bis heute nicht beendet – in erster Linie, weil meine Synapsen die schier grenzenlose Genialität und Originalität nicht verkraften konnten. Die Art und Weise, auf die Baba Is You in seinen Puzzles Logik und Logistik verknüpft, ist so einzigartig wie aufregend. Baba Is You hat nur eine Schwäche: Es ist zu intelligent für sein eigenes Wohl. Irgendwann stand ich vor einer undurchdringlichen intellektuellen Wand und an dieser Stelle hieß es für mich „Baba is Quit“.

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49. SteamWorld Heist (2016)

Perfekt reduziert mit viel Tiefgang – kurzweilig mit süchtig machender Sogwirkung. Meine Woche in SteamWorld Heists Delirium kann ich mir selbst nicht ganz erklären. Ich weiß nur, dass ich selten ein so geschliffenes Rundenstrategiespiel gesehen habe.

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48. Dragon Quest XI (2017)

Die Dragon Quest-Reihe dreht den Wohlfühl-Regler erneut auf Anschlag. Dialoge, Artdesign und Spielgefühl sind an einem neuen Höhepunkt angelangt – diesmal sogar fast ohne Längen. Dragon Quest XI bietet Oldschool-Gameplay, ohne sich dabei veraltet anzufühlen. Eines der rundum gelungensten JRPGs, die ich je gespielt habe.

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47. Bayonetta 2 (2014)

Unter Hardcore-Fans des Erstlings ist Bayonetta 2 für seine überladenen Mechaniken verhasst. Mir bietet es genau das zusätzliche Nonplusultra wahnwitziger Action, von der ich nicht wusste, dass ich sie brauchte. Leider wirken auch die Erzählung sowie die neu hinzugefügten Charaktere etwas überladen. Ich würde Bayonetta 2 weitaus weniger mögen, könnte ich nicht jederzeit zum ersten Teil zurückkehren.

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46. Batman: Arkham City (2011)

Arkham Asylum ist für viele der beste Teil der Reihe, doch ließ erst Arkham City mich wirklich fühlen wie den dunklen Ritter, der über ganz Gotham City wacht. Das Gefühl, Held zu sein, ist in Spielen dieser Art essentiell. Das exzellente Design der einzelnen Innenareale sowie die gnadenlos voranpeitschende Handlung machen dieses Gefühl zu weit mehr als nur einem Gimmick.

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45. Resident Evil 2 (2019)

Mit Resident Evil bin ich nie so richtig warm geworden; doch ich stehe umso mehr auf erstklassige Action-Adventures. RE2s hohe Platzierung ist also ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass es in den vergangenen Jahren kaum ein besseres klassisches Action-Adventure gab. Und auch, wenn Horror für mich üblicherweise sehr hit-or-miss ist: Die beklemmend dichte Atmosphäre und das virtuose Leveldesign gehen Hand in Hand, um Resident Evil 2 so grandios zu machen wie es ist.

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44. Super Mario Odyssey (2017)

Lange wünschte ich mir ein neues 3D-Mario mit offenen Welten und enormer Bewegungsfreiheit wie Super Mario Sunshine. Während das Moveset in Odyssey sehr überzeugt, merkte ich letztendlich, dass mir der lineare Ansatz der Galaxy-Reihe besser gefällt. In Odyssey stehen so viele Monde auf der Liste, dass sie die Gesamterfahrung verwässern. Bis zu diesem Sättigungsgefühl lieferte mir Super Mario Odyssey dennoch einen Cocktail reinster Freude.

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43. Night in the Woods (2017)

Night in the Woods spiegelt zwar nicht exakt meine eigene Realität wider, liefert aber eine Handlungsprämisse, mit der ich mich mehr identifizieren konnte, als mit jeder anderen Videospielstory. Der kleinstädtische Alltag als Studienabbrecherin erfüllte mich mit einer introspektiven Melancholie. Night in the Woods konfrontierte mich 2017 mit einer nur allzu glaubwürdigen „Was-Wäre-Wenn?“-Situation, die mich einerseits tröstete und andererseits verunsicherte.

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42. Dead Space 2 (2011)

Weniger subtil als der Erstling, beweist Dead Space 2 noch immer genug Fingerspitzengefühl, um famosen Nervenkitzel auszulösen. Gleichzeitig lockert die Ausarbeitung des Action-Anteils die spielerische Komponente auf und macht Dead Space 2 insgesamt zur spannenderen Gesamterfahrung.

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41. Resogun (2013)

In einer Paralleldimension sorgte Resogun im Jahr 2013 zu einer zweiten Knappheit an 100-Yen-Münzen für Spielautomaten. Resogun kombiniert die größten Stärken klassischer Arcade Shoot ‚em ups wie Space Invaders mit modernen Elementen à la Ikaruga. Das Ergebnis ist absolute Perfektion: Eine unendlich unterhaltsame Highscore-Jagd – für Bullethell-Jedis und -Faultiere gleichermaßen.

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40. What Remains of Edith Finch (2017)

What Remains of Edith Finch liefert DIE Gründe, die abschätzige Bezeichnung „Walking Simulator“ endlich fallen zu lassen. Höchstelegante Gameplaypassagen durchziehen das schnöde Herumlaufen und erheben das Spiel über andere Vertreter des Genres. Die magische Atmosphäre der Kulisse, die makabren Vignetten über den Tod der Familienmitglieder, das perfekte Pacing sowie die knappe Spieldauer laden geradezu zum Wiedererleben ein.

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39. The Missing: J.J. Macfield and the Island of Memories (2018)

The Missing erzählt eine der stärksten Geschichten auf dieser Liste. Die Erzählung über eine junge Transgender-Frau, voller Fragen über Identität und Intoleranz, lässt die ach-so-erwachsenen Erzählungen einiger AAA-Spiele vor Scham erblassen. Ja, The Missing ist ein wenig hakelig. Doch macht die Narrative sämtliche Mängel mehr als wett.

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38. Xenoblade Chronicles (2010)

Xenoblade Chronicles denkt, ich hätte ewig viel Freizeit. Tausende generische Sidequests und Grinding ohne Ende trieben mich als zeiteffizienten JRPG-Fan an die Grenzen meiner Geduld. Die Odyssee durch eine einzigartig magische und gigantische Welt untermalt von traumhafter Musik machten die Reise am Ende mehr als wert.

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37. Blazing Chrome (2019)

Viele Spiele wollen Retro adaptieren; nur wenige schaffen es so wie Blazing Chrome. Obwohl Blazing Chrome sich wie Contra III anfühlt und auch so aussieht, geht es an den richtigen Stellen seinen eigenen Weg. Wäre Blazing Chrome in den 90ern erschienen, gälte es heute als einer der ganz großen Klassiker seiner Zeit.

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36. Lovers in a Dangerous Spacetime (2015)

Eines der spaßigsten und genialsten Koop-Spiele, die ich kenne. Kommunikation und Teamarbeit sind essentiell fürs Gelingen. Anders als beispielsweise in Overcooked bleiben hier Chaos und Stress erspart, ohne die Herausforderung zu schmälern.

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35. Tetris Effect (2018)

Tetris Effect hebt ein perfektes Konzept auf eine neue Ebene. Das Zusammenspiel von Bild und Ton macht Tetris zu einem hypnotischen Erlebnis für die Sinne. Jedes Drehen, Senken und Bewegen eines Steins wird zu Musik verwandelt. Tetris Effects dynamischer Soundtrack ist eine der elegantesten Verwendungen von Videospielmusik überhaupt. Die zugrundeliegende Narrative über globalen Zusammenhalt hat mich (nach einer Interpretation, die ich gelesen habe), ebenfalls zutiefst beeindruckt.

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34. Pokémon: Schwarz / Weiß (2011)

Neben vielen Tiefpunkten brachte die Pokémon-Reihe im vergangenen Jahrzehnt auch einen absoluten Höhepunkt hervor. Schwarz / Weiß perfektionieren das kompetitive Kampfsystem, bevor Mega-Evolutionen, Z-Attacken und Giganten es verwässerten. Die Entscheidung, bis zum Durchspielen ausschließlich neue circa 150 Pokémon zu implementieren, machte das Hauptspiel so aufregend und unvorhersehbar wie seit Generation 1 nicht mehr. Sogar die Story ist überaus brauchbar. In einem Pokémon-Spiel. Mehr Spiele sollten den ethischen Konflikt der Pokémon als de facto Eigentum ihrer menschlichen Besitzer behandeln. (Und uns dann vielleicht auf die weniger fragwürdige Seite der Diskussion stellen.)

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33. Super Smash Bros. Ultimate (2018)

Das beste Multiplayer-Smash für Leute, die nicht nur Final Destination ohne Items spielen. Smash Bros. Ultimate lässt wenige Wünsche offen und wird garantiert noch lange ein Dauerbrenner bleiben. Purer Multiplayer-Spaß und geradezu absurd reichhaltiger Fanservice für Nintendo-Nerds.

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32. Frostpunk (2018)

Aufbausimulationen und Geschichten über Politik und soziale Gefüge sollten viel häufiger Hand in Hand gehen. Mir sind jedoch keine Beispiele bekannt, bei denen beides so sehr zu einer Einheit wird wie in Frostpunk. Die spielerische Management- und Planungskomponente ist absolut hervorragend. Jedoch sind es die erzählerischen Implikationen, die Frostpunk erst sein eisernes narratives Gewicht verleihen. In einem Mikrokosmos mit Wuselfaktor lässt es uns die Ursprünge und Auswirkungen ethisch fragwürdiger Entscheidungen in Eigenregie nachempfinden.

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31. Death Stranding (2019)

Hätte mir jemand damals gesagt, dass Death Stranding so hoch auf dieser Liste enden würde… Ich hätte erstmal einen Vortrag gehalten, wieso ich Hideo Kojima für einen der überschätztesten Köpfe der Spielindustrie halte. Nach Death Stranding musste ich diese Meinung leider revidieren. Ja, Death Stranding bedient sehr spezifische Geschmäcker und Gemüter. Bei mir traf es jedoch voll ins Schwarze. Die Geschichte verstehe ich bis heute nicht. Doch waren es vor allem die langen und beschwerlichen Reisen durch die Ödnis, die einen tiefen und nachhaltigen Eindruck hinterließen. Endlich ein Spiel, das einfaches Herumlaufen spielerisch anspruchsvoll macht und emotional auflädt.

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30. Secret Little Haven (2018)

Secret Little Haven zeigt uns, welche Möglichkeiten die Anonymität des Internets uns zum ungehemmten Ausleben der eigenen Identität bietet. Die mit viel Fingerspitzengefühl inszenierte Selbstfindungsgeschichte einer jungen Transgender-Frau ist nur die Spitze dieses Eisbergs im sehr frühen Web 2.0. Die Illusion der frühen User-basierten Internetkultur mit Fokus auf Fandoms trägt die Geschichte auf eine Weise, die für alle, die damals im Netz aktiv waren, extrem nahbar sein sollte.

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29. Horizon Zero Dawn (2017)

Nach meiner ersten Berührung mit Horizon: Zero Dawn war ich mir ziemlich sicher, dass es vollkommen überbewertet ist. Knapp ein halbes Jahr später habe ich Horizon dann eine zweite Chance gegeben und war plötzlich absolut begeistert. Horizon offenbarte mir sein unfassbar vielseitiges Kampfsystem, dessen dynamisches Spektrum ich bei meinem ersten Spielversuch nicht einmal angekratzt habe. Gern würde ich ein lineareres Action-Spiel sehen, das absolut alles aus diesen Mechaniken herausholt. Auch die Story war überraschend aufregend und originell.

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28. The Legend of Zelda: A Link Between Worlds (2013)

A Link Between Worlds könnte zur absoluten Speerspitze der Zelda-Reihe gehören – das Gamedesign würde es rechtfertigen. Die exorbitante spielerische Qualität leidet aber unter dem generischen Look und der recycelten Welt.

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27. Rock Band 3 (2010)

Rock Band 3 ist ein Sinnbild des Höhepunkts des Musikspiel-Booms. Allein die lizensierte Songauswahl berstet förmlich vor den größten Hits der größten Bands. Dank kleinerer Anpassungen wie zusätzlichen Komfort- und Zugänglichkeitsoptionen ist Rock Band 3 sowohl für Highscore-Jagden als auch für Partys geeigneter denn je. Lediglich der starke Fokus auf „Pro-Instrumente“ war zu überambitioniert und stahl anderen Modi die Show.

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26. Soma (2015)

Soma ist eines der wenigen Spiele, die philosophisch-intelligent sein wollen und mit ihren existentiellen Fragen weder hochnäsig noch verwirrend wirken. Die Irrungen und Wirrungen der Handlung eingebettet in ein atmosphärisches Setting sind rein narrativ eine der spannendsten Erfahrungen des letzten Jahrzehnts.

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25. Life is Strange (2015)

Life is Strange bekommt insbesondere seit dem stark-pubertären Prequel viel unberechtigte Kritik. Das Episodenspiel bewies an vielen Stellen ein lobenswertes Maß an Mut und Fingerspitzengefühl. Die erinnerungswürdigen Charaktere und Momente gleichen die wenigen Fehltritte mehr als aus.

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24. Red Dead Redemption 2 (2018)

Was habe ich RDR2 zu Beginn gehasst… Erst als ich anfing, es wie einen Walking Simulator zu spielen, konnte ich die Genialität wahrlich schätzen. Erzählerisch und atmosphärisch bewegt RDR2 sich auf derart hohem Niveau, dass mich das rigide Missionsdesign nur selten störte. Die großartigen Charaktere, allen voran Protagonist Arthur Morgan, stemmen die monumentale Erzählgewalt des Spiels auf ihren Schultern. RDR2 ist wahrlich wie ein Ausflug in eine andere Zeit. Als hätte man Herman Melvilles Moby Dick selbst miterlebt. Und dabei mag ich Rockstar doch eigentlich gar nicht so sehr.

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23. Golf Story (2017)

Golf Story ist so unscheinbar, aber gleichzeitig so charmant und originell, dass es zu meinen absoluten Favoriten des Jahrzehnts gehört. Gerade in den düsteren Wintermonaten war Golf Story wie ein gemütliches Lagerfeuer, an dem ich meine Seele erwärmen konnte. Es versprüht die warme Energie eines Stardew Valley und kanalisiert diese durch originelle Mechaniken und eine charmante Erzählung, die bis zum Ende fesseln.

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22. Super Mario Galaxy 2 (2010)

Neben exzellentem 3D-Platforming in Schwerelosigkeit brillierte das erste Super Mario Galaxy durch eine majestätische Atmosphäre, die es bis heute zu einem meiner Lieblingsspiele macht. Der Nachfolger baut den Platforming-Anteil gelungen aus, macht aber bereits einen kleinen Schritt zur Formelhaftigkeit, welche die Nachfolger Super Mario 3D Land und 3D World definieren sollte.

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21. Halo Reach (2010)

Die Vorgeschichte zu Halo 1 erzählt einen der ergreifendsten Konflikte der gesamten Saga. Doch ist es vor allem der Multiplayer, der noch eine Schippe auf den ohnehin beeindruckenden Umfang des Vorgängers Halo 3 legt. User-basierte Inhalte in Shootern waren auf Konsolen vor und seit Halo Reach nie mehr so vielzählig und vielseitig.

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20. Transistor (2014)

Vielleicht eines der bestaussehenden und bestklingenden Spiele auf dieser Liste zugleich. Das Kampf- und Itemsystem brachte genau den spielerischen Auftrieb, der Bastion fehlte. Die Melancholie des Protagonistenpaares gipfelt in einem ergreifenden Finale. Eine auf allen Ebenen hervorragende Erfahrung, von Anfang bis Ende.

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19. The Legend of Zelda: Breath of the Wild (2017)

Die Gründe, weshalb Breath of the Wild so hoch auf der Liste ist, dürften zulänglich bekannt sein. Deshalb die Frage: Wieso ist Breath of the Wild nicht NOCH höher? Rational würde ich die Schuld bei den vielen kleineren Problemen suchen, die ich mit Breath of the Wild hatte. Namentlich: Waffenverschleiß, ständiges Kochen und Crafting. Auch Erzählung und Spielwelt hinterließen im Vergleich zu anderen Zelda-Settings keinen bleibenden Eindruck jenseits der magisch-melancholischen Einsamkeit. An erster Stelle der Mängel stehen für mich allerdings die vier enttäuschenden Dungeons. In meiner subjektiven Perspektive auf die Zelda-Reihe waren Dungeons immer das Wichtigste. Die Oberwelt von Breath of the Wild hat mich zwar mehr verzaubert als die aller anderen Zelda-Spiele; dennoch hat mich der Aspekt des Spiels, auf den ich mich am meisten gefreut habe, hungrig zurückgelassen.

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18. Alien Isolation (2014)

Alien Isolation gelingt, was viele andere Horror-Spiele der letzten Jahre versucht haben: Durch eine perfekte Mischung aus Wirkmacht und Hilfslosigkeit, gepaart mit einer unberechenbaren Alien-KI, entsteht ein anhaltend fesselnder Adrenalinrausch. Die Länge des Abenteuers wird zuweilen überwältigend; doch nutzt Alien Isolation den gebotenen Raum für atmosphärisches Worldbuilding der Extraklasse. Es scheint zuweilen, als wurde das Alien-Franchise ursprünglich fürs Medium Spiel, nicht für den Film, ersinnt – so perfekt passt das Konzept zur Ausführung.

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17. Severed (2016)

Einzigartige Spielkonzepte kämpfen häufig mit dem Problem, dass die Umsetzung im ersten Anlauf nicht gelingt. Severed hingegen perfektioniert seine Symbiose aus Dungeon Crawler RPG und Fruit Ninja-Kampfsystem ab der ersten Minute. Von dort an steigert es die intuitive Komplexität seines touchbasierten Kampfsystems so meisterhaft, dass ich mich bis heute über den Mangel an Dark Souls-Vergleichen in Onlinemedien wundere. Eine Schande, dass Severed zum PS Vita-exklusiven Launch 2016 gnadenlos unterging.

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16. Prey (2017)

Ich begann zum Release in 2017, Prey zu spielen, hatte die falschen Erwartungen und prallte hart daran ab. Seitdem ließ die Welt des Spiels mich nie los – allein dieser Umstand spricht Bände. Bei meinem neuen Anlauf zwei Jahre später war ich wie weggeblasen. Der Detailgrad der akribisch gestalteten Welt, mit all ihren erzählerischen Implikationen sowie die schiere Interaktivität und Flexibilität waren alles, woran ich für einige Tage denken wollte. Gleichzeitig wirkt Prey zugänglicher als viele andere Immersive Sims.

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15. Yakuza 0 (2015)

Yakuza 0 war mein Einstieg in die Reihe. Nach den ersten langsamen Kapiteln ging es plötzlich nur noch aufwärts. Die packende Geschichte eskaliert weiter und weiter – und das für mehr als zwanzig Stunden. Auch die Sidequests sind, trotz enormer Absurdität, perfekt mit der Tonalität des Gesamtgeflechts verwoben. Abgerundet wird die tolle Erzählung durch die authentische Gestaltung der frei erkundbaren japanischen Stadtviertel. Die gnadenlos überzeichneten Kampfsequenzen, die an Klassiker wie Streets of Rage erinnern, funktionieren harmonisch mit dem Rest des Werks.

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14. Xenoblade Chronicles X (2015)

Statt einer epischen linearen Heldensage bietet der Sci-Fi-Nachfolger zu Xenoblade Chronicles die faszinierende Abbildung einer jungen Weltraumkolonie. Mit einer noch beeindruckenderen, weitaus offeneren Welt heizt Xenoblade Chronicles X den Entdeckertrieb an. Einige der Areale setzen mit ihrem enormen, verschlungenen, vertikalen Design unübertroffene Maßstäbe für Open Worlds. Spannende Twists und soziale Konflikte ergänzen die lose Haupterzählung. Einziger Wermutstropfen: Ausgerechnet mit dem Freischalten der coolen Mechs (nach etwa 40 Stunden Spielzeit) wird die Erkundung der Welt zunehmend trivialisiert.

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13. Dark Souls (2011)

Wenn es ein Spiel gibt, das die letzten zehn Jahre definiert hat, so ist es dieses. Nicht zu Unrecht bildete Dark Souls in den 2010ern einen essentiellen Teil des Referenzrahmens für Action-Spiele aller Arten. Die Action-Mechaniken selbst wurden von den eigenen Nachfolgern übertroffen. Doch die Struktur der Spielwelt ist in ihrer Eleganz und geheimnisschwangeren Mystik unerreicht.

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12. Spider-Man (2018)

„Es lässt dich fühlen wie Spider-Man!“ So ausgelutscht wie wahr. Hauptauslöser dieses Heldeneffekts sind die meisterhaft ausgefeilten Spielmechaniken. Spider-Man liefert den Beweis, dass Spielmechanik Fühlen, dass Spielmechanik Ästhetik sein kann – und das in höchstem künstlerischem Maß. Dass auch der Unterbau aus Story, Charakteren und Spielwelt kaum minder fesselnd ist als in anderen First-Party-Sony-Titeln, krönt das Erlebnis.

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11. Mario Kart 8 (2014)

Mario Kart 8 ist nicht mehr und nicht weniger als das beste Mario Kart. Das Kronjuwel einer großartigen Reihe. Welches Mario Kart bietet sonst ein rundum gelungenes Portfolio an Strecken? Oder die perfekte Inkarnation des Driftverhaltens – einfach und befriedigend zugleich? Im Wii U-Original sorgte der Verzicht aufs Führen zweier Items für angenehme Item-Balance. Die Deluxe-Version für Switch versinkt in Item-Chaos, fühlt sich aber nicht minder gut an.

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10. CrossCode (2018)

Meine absolute Überraschung des Jahrzehnts. Dieses 2D-Zelda meets JRPG meets Anime-Cyberpunk ist so erfrischend wie kaum ein anderes Spiel auf dieser Liste. Sämtliche Kernideen zünden: Die Geschichte ist packend, die Charaktere charmant, die Welt zauberhaft, das Kampfsystem vielseitig und aufregend. Und die Dungeons – oho, die Dungeons! Könnten wir es hier mit den besten Zelda-esken Puzzles seit Oracle of Ages zu tun haben? Und das ohne bei Zelda abzukupfern?

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9. Pikmin 3 (2013)

Pikmin 3 ist für mich ein ganz besonderes Spiel. Nicht nur war es der nach fast zehn Jahren erste Titel einer meiner liebsten Nintendo-Reihen; es war außerdem der Punkt, an dem ich 2013 meine Liebe zu Nintendo und damit auch meine Liebe für Spiele wiederentdeckt habe. Pikmin 3 war Nintendos erster echter Einstand ins HD-Zeitalter und entfernte sich vom homogenen Stil vieler Wii-Titel. Gleichzeitig ist Pikmin 3 durch und durch Nintendo: Ein kompromisslos originelles und spaßiges Abenteuer, das mir nach meiner langen Zeit als Xbox 360-AAA-Spieler bewies, dass Spiele noch Farbe zeigen können. Eine zauberhafte Welt für ein einzigartiges Spielkonzept.

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8. Persona 5 (2016)

Persona 5 ist ein JRPG, wie ich es mir wünsche. Statt Kitsch und Fantasy gibt es okkulte und psychoanalytische Symbolik, ethische und philosophische Dilemmata; alles eingebettet in den Kontext soziopolitischer Probleme unserer Zeit. Ja, Persona 5 ist ein wenig zu lang. Doch suchen das Immersionspotential und das damit einhergehende emotionale Gewicht ihresgleichen. Als Bonus behebt Persona 5 die langjährigen Schwächen seiner Vorgänger. Dungeons und Kampfsystem sind facettenreicher und griffiger denn je. Besonders das Kampfinterface, das ein Herumhantieren mit JRPG-typischen Menüs auf ein Minimum reduziert, weckt ein Gefühl von unmittelbarer Kontrolle und Action.

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7. Outer Wilds (2019)

Outer Wilds‘ simuliertes Sonnensystem ist so einzigartig, aufregend und komplex, dass allein der kreative Schaffensprozess und die technische Umsetzung wie eine Zukunftsfantasie erscheinen. Diese Galaxie voller unverbrauchter Ideen bietet eine unendlich befriedigende Spielprogression, zu 100% basierend auf dem eigenen Forscherdrang und Wissen um die Spielwelt. Und natürlich zuletzt: Eine unvergessliche, individuelle Reise für alle, die Outer Wilds ihre Zeit schenken. Selten saß ich in den letzten Jahren so häufig mit offenem Mund vorm Sofa und vollführte Freudensprünge, weil ich nicht fassen konnte, was ich im Spiel entdeckt hatte.

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6. Mass Effect 2 (2010)

Die wahrlich einzige Schwäche von Mass Effect 2 ist, dass es nicht der Abschluss der Reihe ist. Es ist das mittlere Kapitel meines liebsten Epos der Videospielgeschichte; voller denkwürdiger Charaktere und Momente, an die ich mich ewig erinnern werde. In seiner Liebe zum Detail und mitreißenden Präsentation ist das Mass Effect-Universum als Space Opera bis heute unerreicht. Trotz des offenen Endes bietet der Klimax von Mass Effect 2 eine himmelhohe emotionale Fallhöhe, die (ohne Missbrauch eines vorherigen Speicherstands) zentnerschwer auf dem Herzen lastet.

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5. Cuphead (2017)

Cuphead ist zusätzlich das ästhetisch beeindruckendste Spiel, das ich kenne. Vor allem sein Soundtrack gehört nicht nur zum Besten, was Spiele dieses Jahrzehnt musikalisch zu bieten hatten, sondern tummelt sich auch auf meiner Liste der besten Musikalben des Jahrzehnts. Nach der langen Entwicklungsdauer habe ich nicht schlecht gestaunt, dass Cuphead mir statt des erwarteten „Style over Substance“-Blenders eine Gameplay-Bombe sondergleichen servierte. Jeder der aufregenden und kompromisslosen Bosskämpfe traf voll ins Schwarze. Cuphead liefert eine spielerische Intensität, die sich vor Souls-Bossen nicht zu verstecken braucht. Die Transparenz und kurze Dauer der jeweiligen Kämpfe verhinderten größere Frustmomente. Ein stetiges Vorwärtsmoment in der Lernkurve sorgt für kontinuierliche Befriedigung. Cuphead ist einfach nur ein absolutes Meisterwerk.

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4. Donkey Kong Country: Tropical Freeze (2014)

Tropical Freeze kratzt an der 2D-Platforming-Perfektion. Jeder Level ein Fest; jede Rolle, jeder Sprung eine Wonne. Level für Level schmücken Kreativität und Originalität in perfekt konstruierter Eleganz die tropischen Inseln. Ein wunderbarer Soundtrack, detailverliebte Animationen und realistisch-glaubwürdiges visuelles Leveldesign sorgen für ein Gefühl von Präsenz, das nur wenige Platformer vermitteln.

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3. Bloodborne (2015)

From Softwares Krone der Schöpfung. Von allen Souls-Spielen findet Bloodborne die beste Balance zwischen intensivstem Nervenkitzel und atmosphärischen Mysterien. Viele der Level-, Gegner- und Bossdesigns sprengten meine Vorstellungen dessen, was Videospiele (und ich selbst) leisten können. Bloodborne vereint die besten Qualitäten vorheriger Souls-Spiele und packt sie in ein einzigartiges Gerüst aus gotischer Architektur und kosmischem Horror.

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2. The Witness (2016)

The Witness hat mein Hirn einmal gefaltet und anschließend neu arrangiert. Anders kann ich diese Meisterklasse in Querdenken und subversiver Exploration kaum beschreiben. Wissen ist ALLES. Die Spielprogression hängt einzig davon ab, wie viele Geheimnisse der Insel wir durchschaut haben. Nun hätte The Witness seine Hinweise spärlich verstreuen können; stattdessen säumen hunderte spannende Rätsel jeden Winkel. Der Minimalismus vieler Linienrätsel dürfte Geschmackssache sein, doch betört mich die Eleganz, mit der The Witness ein solch simples Gerüst im Minutentakt neu errichtet – in Formen, die über dutzende Stunden überraschen.

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1. Celeste (2018)

Celeste ist Platforming-Kunst auf höchstem Niveau, ohne jemals eintönig oder frustrierend zu werden. Was Celeste jedoch so besonders macht, ist die Art und Weise, auf die es Gameplay und Story verknüpft: Herausforderndes Hüpfen und das Erklimmen eines Berges fungieren als Analogie fürs Bewältigen einer Depression. Mit wenigen Zeilen Dialog vermag Celeste stärkere Emotionen auszulösen als Red Dead Redemption 2 und sein 2.000-Seiten-Drehbuch. Celeste zeigt, wozu das Medium Videospiel auch ohne Anleihen ans Kino fähig ist: Interaktivität verstärkt die simple Geschichte auf eine Weise, wie es kein geschriebener oder gesprochener Dialog je könnte.

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