Die Games-Lesetipps der Woche! Heute: ArenaNet und das Wiedererstarken frauenfeindlicher Online-Mobs. Shenmue HD und sein Einfluss auf die Gebrauchtpreise des Originals. No Man’s Sky NEXT und ein Kurzurlaub in Prag. Drive on Moscow und Wehrmachtsmythen reloaded. Casio Loopy und der Versuch einer Konsole speziell für Frauen. Thrill Kill, EA und kein Bock auf Ultrabrutale. Außerdem: Geschichte in Videospielen: ein Blog feiert seinen zweiten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! [sk]


Zwei Jahre Videospielhistoriker – wie alles begann…
(videospielhistoriker.wordpress.com, bdbjorn)

[…] Ich bin froh, vor zwei Jahren mit dem Bloggen angefangen zu haben und in ein paar Monaten hoffentlich mit einer fertigen Masterarbeit zum Thema „Videospiele im Geschichtsunterricht“ mein Studium abzuschließen. Das genaue Thema lautet „Die Darstellung Roms in historischen Strategiespielen“ […] und wird damit den Kreis schließen, in den ich mich vor gut 20 Jahren begeben habe: Als ich mit Siedler II zum ersten Mal ein historisches Strategiespiel gespielt habe. Und mit welchem Volk? Richtig! Den Römern! […]

Shenmue: Einfluss des Remakes auf den Wert des Dreamcast-Originals
(retrovideospiele.com, Jörn Skowronek)

[…] Im Untersuchungszeitraum von Februar bis Juni 2018 gab es insgesamt 39 erfolgreiche Auktionen zu Shenmue I, wovon 21 aus der Zeit vor der Remake-Ankündigung stammen und 18 danach. […] Der Vergleich der beiden Zeiträume zeigt also, dass nach der Ankündigung der Preis im Durchschnitt um etwas mehr als 8€ gesunken ist, der Median ist um 5€ gesunken. Der Unterschied ist dabei statistisch signifikant (auf 0,05-Niveau bei zweiseitigem T-Test und p=0,023, als Anmerkung für die Freunde der Zahlen). […]

World of Wehrmacht
(tastenhauer.wordpress.com, Tastenhauer)

[…] „Schau mal, wie grausam du als Spieler mit deinen Kriegsgefangenen umgehst!“ Das ist tatsächlich nicht Aufgabe eines Videospiels und sicherlich nicht die eines Entwicklers. Aber wie so häufig kommt es hier auf die Nuancen an: Denn unbestreitbare Fakten, die den Charakter dieses größten historischen Konflikts auf unserer Welt geprägt haben, dürfen meiner Meinung nach in einem Spiel mit ernsthaftem historischem Anspruch nicht verschwiegen werden. […]

In the wake of the ArenaNet firings, women game devs are experiencing a new wave of online harassment
(eurogamer.net, Emma Kent)

[…] Stories have emerged on Twitter of attempts by social media users to bring down developers, particularly outspoken women, merely for voicing their own opinions online. This new wave of harassment raises serious questions about how game companies support staff in dealing with online abuse, and the lack of structures in place to deal with problems arising from interactions between developers and game communities. […]

Transsexuelle Entwicklerin: Mob will sie feuern lassen, scheitert
(pcgames.de, Sebastian Zelada)

[…] Eine transsexuelle Entwicklerin wäre beinahe aufgrund einer koordinierten Aktion eines Internetmobs entlassen worden. Die Freelancerin sollte aus einem Entwicklerstudio gemobbt werden, indem dieses E-Mails in dreistelliger Zahl erhielt, die argumentierten, dass die Qualität der Spiele seit ihrer Einstellung gesunken sei. Zudem hieß es, es sei moralisch falsch Transgender einzustellen und ihr Twitter-Account sei ein schlechtes Vorbild für die Kinder der „Besorgten“. […]

The story of Thrill Kill, a PS1 fighting game canned by EA for being too controversial
(vg247.com, Daniel Lipscombe)

[…] Thrill Kill left nothing out – BDSM, sexual fetishism, masochistic leanings and even a character who assaulted others with their own dismembered limb as the fighters jostled for space inside a padded cell. Special moves were tagged with names like ‘bitch slap’ or ‘swallow this’ which, with age, seem relatively tame. But this was 1998. […] “When the upper echelons at EA saw it […], it was placed on the highest, dustiest shelf that they could find,” Olloman explains. “Virgin didn’t care about the content. In fact, a promotional plan they discussed was to send demo discs to people that hated video game violence.” […]

In the Loopy: the story of Casio’s crazy 90s console
(eurogamer.net, Lewis Packwood)

[…] The unique selling point of the Casio Loopy was its thermal printer. Unlike the Game Boy Printer, released a few years later in 1998, the Loopy printws in full colour, and the ten different games released for the machine all allow you to create your own adhesive scenes. […] Another interesting quirk of the Loopy is that it was marketed entirely to women. […]

No Man’s Sky NEXT: Die unendliche Leere des Alls
(diegamingeule.wordpress.com, Sascha Kretzschmar)

[…] Wie erlebe ich eine neue Stadt in kurzer Zeit am effektivsten? Durch kuratierte, geplante Aktivitäten? Oder durch spontan auftauchende, persönliche Momente? Ausgerechnet das kürzlich erschienene Update zu No Man’s Sky hat mich wieder zu meinem Kurzurlaub in Prag zurückgebracht. […]

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