Die Games-Leseempfehlungen der Woche – einer Woche voller Heldinnen: Mit Senua, Aloy und Celestes Madeline. Mit Gamergirls, keltischen Göttinnen, dem neuen Blogprojekt RedRidingRogue.com, und dem Fehlen der Frauen im eSports-Overwatch. Und mit so manchem anderen mehr. Viel Spaß beim Lesen und bis nächste Woche! [sk]


Ist Hellblades Senua eine Heldin?
(redridingrogue.com, Sophia Henning)

[…] So wurde auch Senua im Gespräch […] als eine der herausstechendsten Heldinnen des Jahres und überhaupt genannt. Eine Äußerung, die mich zum Nachdenken gebracht hat. […] Zum einen war ich mir unsicher, wie viel mir »Hellblade« von der wirklichen Senua gezeigt hat. Wie viel von dem Gesehenem, Erfahrenem war Senua, wie viel davon war ihre Krankheit? Kann ich aufgrund der dargestellten Psychosen auf die Figur, den Charakter von Senua schließen? Zum anderen wusste ich nicht, ob ich psychische Krankheiten mit klassischem Heldentum gleichsetzen kann. […]

Das Gamer-Girl Problem
(redridingrogue.com, Larissa Brill)

[…] Doch viel mehr beschäftigte mich folgende Frage: Wo steht eigentlich geschrieben, dass Gamerinnen und „Geek-Girls“ nicht hübsch und gepflegt aussehen dürfen? Das Klischee des stinkenden, verpickelten Gamers halte ich schon für lange überholt. Aber eine Frau ist des Hobbies scheinbar nur dann würdig, wenn sie dabei möglichst unfeminin ist. Jogginghose und weites Shirt, unfrisiert und spontan, ja, der nimmt man die Liebe für Spiele ab. Die ist authentisch, ein echter Fan. […]

Celeste – Symbiose aus Depression und Spaß im 8-Bit-Stil
(kritischertreffer.com, Pascal Graßhoff)

[…] Mount Celeste passt nicht nur hervorragend zur Natur des Gameplays. Er dient außerdem als Analogie für die inneren Konflikte der Protagonistin Madeline. Die junge Frau hat sich das Erklimmen des Berges als persönliche Herausforderung vorgenommen. Im Laufe des Spiels offenbart sich, dass Madeline unter einer Depression leidet. Sie ist auf der Suche nach einem bedeutungsvollen Ziel und hofft auf Selbstfindung in der Alltagsflucht. Sie verfügt weder über die körperlichen Eigenschaften noch über die praktische Erfahrung eines Bergsteigers. […]

Im Zeitalter umweltbewusster Kulturkritik
(crossmediaculture.de, Johannes Alvarez Lopez)

[…] Interessanter als aus einer künstlerischen Perspektive heraus die Frage zu stellen, wie viel Produzent im Produkt wieder zu finden ist, erschien mir folgende Frage: Wieso gerade jetzt? […] Es besteht ein Informationsinteresse, ein Aufklärungsinteresse, ein Interesse zu wissen, woher das Produkt kommt, dass ich gerade konsumiere und ob diese Hintergründe ethisch mit den eigenen Prinzipien und Moralvorstellungen zu vereinen sind. Im Endeffekt lautet die Frage am Ende des Tages: „Ist Kingdom Come: Deliverance eigentlich bio?“ […]

Kindesmissbrauch in Games: Geht das zu weit?
(derstandard.at, Rainer Sigl)

[…] Tatsächlich ist natürlich die nun aufflammende Kritik an der Darstellung häuslicher Gewalt in „Detroit: Become Human“ hauptsächlich deshalb so emotional, weil sie in einem Medium gezeigt wird, das in der Öffentlichkeit geringen Status als Kulturprodukt hat. Zahllose Bücher, Filme und TV-Serien thematisieren häusliche Gewalt, durchaus auch auf brutalere Art und Weise als der Trailer zum Spiel – auf die Idee, diese Darstellung sei von Vornherein abzulehnen, kommt aber niemand. […]

Aloy’s Adventure beginnt!
(aloysadventure.wordpress.com, Robert Glashüttner)

[…] Ich habe damals, zur Veröffentlichung, meine üblichen rund acht Stunden gespielt, die meines Erachtens notwendig sind, um als Gamesjournalist für ein Publikumsmedium etwas Sinnvolles sagen und schreiben zu können; um herauszufinden, was das Wesen des Spiels ist und Empfehlungen abgeben zu können. […] Horizon: Zero Dawn war eines jener Videospiele, zu denen ich nochmal zurückkehren wollte, um mich ihm länger, ausführlicher – kurz: gebührender widmen zu können. Dieser Zeitpunkt ist nun, knapp ein Jahr später, gekommen. […] Dieses kleine Blog ist nun mein Notizbuch meiner hoffentlich ausgiebigen Reise in die unbekannte Wildnis. […]

Senunas Opfergaben: Was Senuas Name in Hellblade zu bedeuten hat
(languageatplay.net, Pascal Wagner)

[…] Es stellt sich heraus, sehr zur Freude einiger heute aktiver Druiden-Religionsanhänger, dass Senuas Name eine augenzwinkernde Anspielen auf eine ganz eigene Götterfigur ist. Anfang der 2000er wurde nämlich der Schrein einer bis dahin unbekannten keltischen Göttin in England ausgegraben, die scheinbar ins römische Pantheon aufgenommen worden war – Senuna, die als Fluss- und Quellgöttin in Hertfordshire nördlich von London verehrt worden war und die unter anderem auch Weisheits- und Fruchtbarkeitssymbolik gehabt haben könnte. […]

Dem E-Sport fehlen die Frauen
(wired.de, Lara Keilbart)

[…] Ein aktuelles Beispiel dafür ist die neue Profiliga für Overwatch. Der teambasierte Ego-Shooter von Blizzard wurde nach seiner Veröffentlichung im Mai 2016 zu einem der erfolgreichsten Online-Spiele weltweit. Mit einer eigenen Liga will Blizzard jetzt auch am Hype um den digitalen Sport teilhaben. Aber als die Teams ihre über 100 Spieler bekannt gaben, war eines auffällig: Nicht eine einzige Frau gehörte zu den Profi-Zockern. Und das, obwohl Overwatch laut der Analysefirma QuanticFoundry das Online-Spiel mit dem höchsten Frauenanteil ist. […]

How Games Use Horror to Explore the Trials and Tribulations of Teenhood
(kotaku.co.uk, Andreas Inderwildi)

[…] Like a teen couple, horror and stories about growing up go hand-in-hand. It’s no coincidence: the teenage years are a time of disorienting transitions that are often associated with the loss of innocence and the ‚corruption‘ of experience. […] Games too have their share of teenage horor […]. But some of the most interesting cases are those that court the tropes of horror only to keep them at arms length, that flirt with terror but never quite succumb to it. In recent years there has been a small but steady trickle of games that do just that, and display more than superficial similarities. […]

PlayerUnknown’s Battlegrounds clones flood Chinese smartphones
(abacusnews.com, Ravi Hiranand)

[…] Clones of a successful product aren’t new, let alone from China. What makes this remarkable is how quickly Chinese companies were able to copy a technically challenging game, squeeze it onto smartphones, and grab a truly enormous audience: Just one of these clones, Knives Out, has 100 million registered players – dwarfing the 30 million on PlayerUnknown’s Battlegrounds. […]

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