Die Lesetipps der Woche! Doch Moment – bevor wir dazu kommen, möchte ich diese Ausgabe von Lesenswert nutzen, um kurz auf einige Dinge in eigener Sache aufmerksam zu machen: So wird die Rubrik Lesenswert in Zukunft nicht mehr donnerstags, sondern immer freitags erscheinen. Das erlaubt uns mehr Flexibilität bei der Veröffentlichung unserer eigenen Artikel und verträgt sich besser mit meinen sonstigen Verpflichtungen. Da ich gern sichergehen wollte, dass der Wechsel auf einen anderen Wochentag nicht für Unmut sorgt, hatte ich eine Umfrage gestartet: Für eine klare Mehrheit von 83 Prozent der Votierenden ist nicht weiter von Bedeutung an welchem Wochentag unsere Lesetipps erscheinen. Der Rest der Stimmen zeigt eine leichte Tendenz zum Wochenende. Daher glaube ich, dass der jetzt von mir gewählte Freitag für niemanden einen Nachteil darstellen dürfte.

Die andere Neuigkeit betrifft die Unterrubrik Hörenswert und meinen geschätzten Mitautor Daniel. Einigen war vielleicht schon aufgefallen, dass die Hörtipps der letzten Wochen nicht wie üblich von Daniel, sondern von mir ausgewählt und kommentiert wurden. Aus persönlichen Gründen – keine Sorge, nichts Schlimmes – wird Daniel auf unbestimmte Zeit die aktive Mitarbeit an SPIELKRITIK ruhen lassen. Seit seinem Beitritt zur Seite im Februar hat er die Rubrik Hörenswert kuratiert, die im Laufe der Zeit auch immer besser aufgenommen wurde. Ich selbst bin überhaupt erst durch Daniel auf die Vielfalt und Qualität vieler Podcasts aufmerksam geworden – ein Medium, das mir zuvor noch völlig fremd war. Mittlerweile verfolge ich selbst mehrere Podcasts regelmäßig und stoße dabei auch immer häufiger auf solche, die ich meinerseits sehr empfehlenswert finde. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, die Rubrik Hörenswert vorläufig selbst fortzuführen, wenn auch in etwas kleinerem Umfang und unter Umständen nicht ganz so regelmäßig wie bisher.

Und schließlich: SPIELKRITIK hält im August eine Art Sommerschlaf – und zwar nicht zuletzt, um sich der Vorbereitung einiger kommender Aktionen und Kooperationen widmen zu können. Seid also unbesorgt: Ab September geht’s spektakulär weiter (wer uns auf Twitter folgt, hat das vielleicht schon mitbekommen).

In der Zwischenzeit sind hier einmal mehr die Lesetipps der Woche – jeder einzelne ein Kleinod der kontextuellen Betrachtung von Videospielen. Viel Spaß dabei! [sk]


Stimmen hören – Hellblade zeigt uns ein anderes Bewusstsein
(archaeogames.net, Rainer Sigl)

[…] Zum anderen versucht Hellblade etwas anderes, weitaus Mutigeres – als Krieger vergangener Kulturen waren wir schließlich schon öfter unterwegs. Senua ist von unserer Lebensrealität nicht nur durch ihre Verortung als Mensch einer – historisch weit zurückliegenden – Vergangenheit mit völlig anderer Kultur und Gesellschaft entfernt, sondern auch durch ihre besondere Psyche, in die uns Hellblade eintauchen lässt. So hören wir, beeindruckend technisch gelöst, fast ununterbrochen Stimmen, nehmen die Realität in Form wiederkehrender Halluzinationen verfremdet wahr und finden uns wieder in Visionen, die mit der Realität kaum mehr in Einklang zu bringen sind – zumindest nicht mit jenem Bild der Realität, das wir als heutige, psychisch “gesunde” Menschen als unzerrüttbar gegeben annehmen. […]

‘Max Payne’ Was the Game That Understood My Depression
(waypoint.vice.com, Ed Smith)

[…] When I turned Max Payne on at night, I was in a deep, dark place. By the time I switched it off, I’d seen reflected a place that was similarly deep and dark, and I didn’t feel so alone any more. I’d never go so far as to say Max Payne cured, or even helped cure me of depression, because it was doctors, tablets and the support of friends and family that did that. But on the long nights, by demonstrating to me that not everyone was happy, not everything was good, and that I wasn’t being singularly punished because I was an especially bad person, Max Payne was the game that helped me sleep. […]

Ethik und Moral in Computerspielen: Skyrim
(textualien.wordpress.com, Andi Dittmann)

[…] Jetzt gibt es in Skyrim nicht nur Quests der Marke „Hole mir meinen Helm aus der trollverseuchten Burg“. Sondern auch „Bring meine alte Ziehmutter um, die war immer gemein zu mir“ oder „Sabotier doch bitte das Geschäft meines Nachbarn, der macht mir meine Karriere kaputt“. Ich kann diese Aufgaben in den meisten Fällen nicht ablehnen. Wenn ich also jemanden frage „Hej, brauchste Hilfe?“, dann erscheint sogleich die Aufgabe in meinem Logbuch. Ja und dann muss ich die blöde Aufgabe ja wohl auch erfüllen oder? Schließlich müllt sie sonst mein Tagebuch zu. Mist. […]

Hinter Raptures Kulissen: Was BioShock beabsichtigt
(videospielgeschichten.de, Pascal Wagner)

[…] Der große Twist in der Mitte des Spiels funktioniert gut, weil er sorgfältig aufgebaut wird. Ein Großteil nicht nur des Spiels selbst, sondern auch des Aufbaus zum Spiel hin ist darauf ausgelegt, ganz bestimmte Verhaltensmuster in Spielern zu wecken und entsprechende Reaktionen zu erwarten. Der Spieler wird in eine Gedankenfalle gelockt, aus der ihn der Moment der Offenbarung plötzlich herausreißt. Besagter Lockvorgang funktioniert im Wesentlichen über zwei Arme, die hier beide im Detail erkundet werdet sollen: Charakterbindung und Genrekonventionen. […]

Breaking the Loop: A Look at the Cinematic Music of Breath of the Wild – The Musical Narrative
(jasonyu.me, Jason M. Yu)

[…] Though it may be obvious, it’s worth first discussing why a game like Breath of the Wild would want to avoid using traditional looped music in the style of the majority of Nintendo games. Since the beginning, the music of the mainline Nintendo games (and really, most games of the time) were composed by looping a section of music, usually comprising 2 or 3 melodic phrases. Because these few melodic phrases were ones that you would hear over and over, they really had to be catchy (and thus, very melodic) to avoid being annoying—this was something that Koji Kondo, the composer for Mario and Zelda was truly a genius at. […]

Über die Schwägerschaft zwischen Doom und Aliens – Die Rückkehr
(lockerloop.wordpress.com, Max Kroeger)

[…] Neben den offiziellen Lizenz-Produkten der Alien-Filmreihe ist es nämlich Doom, welches vom zweiten Teil des Franchises Aliens – Die Rückkehr nachhaltig beeinflusst wurde. […] In Aliens sind die Marines für eine Auseinadersetzung verhältnismäßig gut ausgestattet. Daher ist es vielmehr die Anzahl (kombiniert Macho-Gehabe), welches zum Problem der Protagonisten wird: Statt Suspense bietet der Film Action. Das ist aber nicht weniger bedrohlich, wenn Munition und Taktiken knapp werden. Klassische First-Person-Shooter sind von diesem Action-Motiv durchsetzt: Man kämpft gegen mehrere feindliche Entitäten, die weniger durch Klasse als vielmehr durch Masse gefährlich werden, während man Stück für Stück den unbekannten Raum erobert. […]


Hörenswert

Wer ist Fabian Käufer? – Ein Gespräch über Spielejournalismus und Lieblingskonsolen (Zwischenfolge)
(Stay Forever; 04.08.2017; 00:57:22)

Fabian Käufer heißt der Neuzugang bei Stay Forever, der sich fortan mit alten Konsolen-Games beschäftigen soll. In dieser Zwischenfolge werden er und sein beruflicher Werdegang den Hörern noch einmal näher vorgestellt – ein symphatisches Kennenlernen und nebenher ein wilder Ritt durch 15 Jahre deutschen Spielejournalismus: Offizielles PlayStation 2 Magazin, Bravo Screenfun, Games For Girls(!), IGN Deutschland, Game One und Rocketbeans TV – die eine oder andere überraschende Innenansicht inklusive. [sk]

Lust auf mehr? Die Games-Lesetipps der Woche gibt es jetzt immer freitags bei Spielkritik.com. Die letzte Ausgabe von Lesenswert findet ihr HIER.

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