Monatliches Archiv: März 2017

Lesenswert: hohe Wertungen, reaktionäre Politik, nostalgisches Zelda, offene Zukunft / Hörenswert: Indies aus dem Saftladen, Sex in Games

Immer donnerstags neu: Die Lese- und Hörtipps der Woche. Heute: Das Problem mit hohen Wertungen – und der Hass auf niedrige. Wie die reaktionäre Weltsicht eines Tom Clancy unter den Tisch gekehrt wird. Oben drauf, einmal mehr, Zelda: Breath of the Wild: Sascha Kretzschmar sieht die Nostalgie darin, Chris Plante die Zukunft der AAA-Entwicklungen.
Für die Ohren: Fabu aka. Doomian im Gespräch mit Berliner Indie-Entwicklern, Sexspiel-Expertin Nina Kiel als Gast im jungen Podcast-Format Culturevania. [sk]

Gedankenspiele: Über die Inflation positiver Wertungen
(superlevel.de, Marcus Dittmar)

[…] Die tatsächliche Meinungsbildung hat längst stattgefunden, wenn der erste Rezensent seine Eindrücke skizziert. Spielerezensionen sind immer seltener ein Mittel der Aufklärung, sie sind vielmehr Grundlage für die Bestätigung der eigenen Meinung geworden. Für den ein oder anderen bricht durchaus eine kleine Welt zusammen, wenn er diese nicht findet. […]

„Es ist nur ein Spiel“: Eine Ausrede, die nicht mehr gilt
(videogametourism.at, Rainer Sigl)

[…] Tom Clancys Politthriller – ob als Literatur oder im Spiel – tragen ihre strukturelle, letztlich reaktionäre, US-imperialistische Weltsicht und Ideologie nicht offensiv als Statement am Revers – wie man sieht, geht es sogar bisweilen durch, ihnen eine politische Agenda ganz abzusprechen. Stattdessen ist, auch bedingt durch die obsessive Faszination für militärtechnische Details, stets von „Realismus“ die Rede: ein Realismus der Technologie, der Waffen, im Fall von „The Division“ im hyperrealistischen Nachbau von New York, im Fall von „Wildlands“ in jenem eines genau nachgestalteten exotischen südamerikanischen Schauplatzes. […] Weiterlesen →

GASTSPIELER: Eine Wundertüte des Ersten Weltkriegs: Battlefield 1 aus Sicht eines Historikers

Ein Gastbeitrag von Iris Traumann
Mehr zum GASTSPIELER Special erfahrt ihr hier.
Titelbild
1914 und hundert Jahre später…

Lange warteten Fans der Battlefield-Reihe auf ein Setting im Ersten Weltkrieg. Battlefield 1 erschien im Oktober 2016 und wurde, genau wie seine Vorgänger, von Digital Illusions Creative Entertainment AB (DICE) in Schweden entwickelt.

Die Geschichte des Ersten Weltkrieges kennen viele noch aus der Schulzeit. 2014 waren es 100 Jahre, dass sich die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ ereignete. In Medien, Dokumentationen, ja auch in Videospielen (wie z.B. Valiant Hearts) wurde eine Erinnerungskultur praktiziert, die wohl doch an den meisten vorbeiging oder aufgrund übertriebenen medialen Inputs und moralischen Diskussionen gerade von jungen Leuten ignoriert wurde. Zu sehr sind viele es leid, immer wieder mit moralisch erhobenem Zeigefinger an die Kriege Anfang des 20. Jahrhunderts erinnert zu werden.

100 Jahre sind lange her. Und wir, die wir in Westeuropa leben, kennen seit circa 70 Jahren in unseren eigenen Gefilden den Krieg nur aus Filmen (meist aus Hollywood) oder eben Videospielen. Selbstverständlich schafft dies eine unwirkliche Distanz zu unserer Vergangenheit. Vielleicht ist dies gut, vielleicht auch nicht. Bedenken sollte man, dass vor allem bei der Battlefield-Serie, die auch andere Kriege des 20. Jahrhunderts behandelt, mitunter auch der amerikanische Markt bedient wird. Und viele Amerikaner und Nicht-Europäer haben über den Ersten Weltkrieg, zumindest aus medialer Sicht, wenig Kenntnis über die Ursachen und Ausmaße dieses Krieges. Meistens, zumindest fiel mir dies in vielen Foren auf, wird der Erste Weltkrieg mit dem Zweiten Weltkrieg von vielen jungen Amerikanern  gleichgesetzt oder gar „vermengt“. Es ist schon seltsam, wenn man Posts liest, die Soldaten des Kaiserreichs unter Wilhelm II. als „Nazis“ bezeichnen. Weiterlesen →

Die Xbox wird 15! Das Geburtstagsspecial (IV)

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Chinese Box. So nennt man im Englischen eine Schachtel, die, wenn sie geöffnet wird, mehrere kleinere Schachteln oder (versteckte) Fächer offenbart, im übertragenen Sinne aber auch eine Sache, deren Komplexität und Inhalt auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Eine „X-Box“ sozusagen, bei der das X für das verheißungsvolle Unbekannte steht, das den erwartet, der willens ist, das Kästchen zu öffnen und seine Schätze an sich zu nehmen.

Mir war die klassische Xbox, wie ich in meinem eigenen Beitrag am Beginn unseres Specials bereits erzählt habe, bis heute ziemlich fremd geblieben. Durch eure Beiträge habe ich auf sehr lebendige Weise sehr viel über diese Konsole lernen können, aus der Perspektive derer, die sie tatsächlich selbst erfahren und geschätzt haben. Authentische, individuelle Eindrücke, wie sie ein simples Durchlesen eines Wikipedia-Artikels nie hätte bieten können, und wie sie wohl auch eine nachträgliche Retro-Erfahrung nur bedingt reproduzieren kann.

Die Distanz von zehn, sechzehn Jahren hat diesen Rückblick sehr spannend werden lassen. Interessant war dabei auch, dass viele Gastkommentatoren offenbar die Notwendigkeit sahen, den Lesern von heute die Xbox überhaupt erst einmal vorzustellen, obwohl ich dazu gar nicht aufgerufen hatte. Etwas Apologetisches zieht sich durch fast alle eure Beiträge. Dennoch meine ich das gar nicht als Kritik, da es mit Blick auf die Xbox offenbar Sinn ergibt und weil zumindest ich sehr viel dabei gelernt habe. Wie mag es da erst den Jungspunden ergehen, die damals weder die Xbox noch einen ihrer Konkurrenten erlebt haben?

Bill, der Brückenbauer

Im Verlauf dieses Specials ist mir vor allem eine Sache zum ersten Mal so richtig bewusst geworden: Dass die Xbox gar nicht so sehr am Rand der Videospielkultur stand, wie ich das in meiner Unkenntnis immer empfunden habe. Weiterlesen →

Die Xbox wird 15! Das Geburtstagsspecial (III)

Eine Woche lang feiern wir bei SPIELKRITIK den 15. Geburtstag der klassischen Xbox.

Heute können wir euch drei weitere Gastkommentare präsentieren, die einige unserer treuen Leser uns haben zukommen lassen. Björn stellt euch sein Lieblings-Xbox-Spiel vor, der Kollege von Yesterplay 80 erzählt, wozu die Xbox über die von Microsoft unterstützten Funktionen hinaus noch fähig war, und auch HooliNerd fasst aus seiner Perspektive noch einmal kurz zusammen, wieso ihm die Xbox unvergessen ist und welche Titel er am liebsten spielte. Alle Beiträge zum Special findet ihr hier. [sk]


Spieletipp: OutRun 2
(von Björn, aka. SpeckObst)

Die erste Xbox war so etwas wie die zweite Dreamcast und wurde daher gerade zu Beginn sehr stark von Sega unterstützt. Panzer Dragoon Orta, Crazy Taxi 3, Jet Set Radio Future, Shenmue 2. Alles hervorragende und bis heute interessante Spiele, die Microsofts Einstieg in den Konsolenkampf zu mehr als nur einer Anlaufstelle für westliche Action oder Shooter machten.

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Und obwohl über all diese Titel wahrscheinlich zu wenig gesprochen wird, ist es ganz eindeutig OutRun 2, das nie seine verdiente Aufmerksamkeit bekam. Ein fantastischer Arcade-Port, den wir heute in dieser Form niemals auf Disk gepresst bekämen. Schließlich wäre der Aufschrei über einen Vollpreis-Titel mit zugegeben wenig Spielinhalten ziemlich groß. Aber 2003 konnte – oder besser gesagt musste – man so etwas noch samt DVD-Hülle in die Händler-Regale stellen. Weiterlesen →

Lesenswert: Heimweh, Horror, Permadeath, Geburtstage / Hörenswert: Pixelheldinnen, Myst

Die handverlesenen Videospiel-Lesetipps der Woche. Das Heimweh in Earthbound, die Verletztlichkeit des Körpers in Horrorspielen, die Rezeption von Schwierigkeitsgrad, und Geburtstage, die alle vergessen werden – es seid denn, sie lesen den Artikel. Und von Daniel, für euch zum Hören: Pixelfrauen am Mikrofon und in Spielen, sowie Welten, die an ihrem Ende angelangt sind: Myst in der Retrospektive. [sk]

A Few Ill-Placed Pieces
(thethesaurusrex.com, Taylor Hidalgo)

[…] In battle, Ness can often fall short, and find himself losing focus on the conflict to instead reminisce about a home he left behind in order to save the world. Entire turns can be lost to remembering different days back home at Onett. “Homesick,” as the game coins it, is an enigma among game status ailments. It’s not poison, or stunned, or paralyzed, or under the weather. It’s a fond longing for an older life, an inevitable reality from someone so many miles and so many weeks from last seeing or hearing from their mother. […]

Emotionen sind wichtiger als Blut
(tagesspiegel.de, Matthias Kreienbrink)

[…] Es gab eine längere Phase, in denen Horrorspiele weniger den verletzbaren Körper in den Mittelpunkt stellten, als einen Protagonisten, der omnipotent schien. In vielen dieser Spiele, die vor allem ab der Mitte der nuller Jahre erschienen, wurde das Zerstören von grotesken Körperformen inszeniert – Zombies, Mutierte und Außerirdische. Diese Spiele verlangten vor allem, Gegnerhorden mit großer Waffengewalt vom Bildschirm zu tilgen. Vor lauter Tentakeln, Mäulern und Fratzen war der eigentliche Gegenstand des Survival-Horrors beinahe verloren gegangen: Die Verletzbarkeit des Körpers und das Wortlose des Schmerzes, die die Narration bestimmten. […] Weiterlesen →

Die Xbox wird 15! Das Geburtstagsspecial (II)

„Life is short, play more.“

So lautete der Slogan einer kontroversen Xbox-Werbekampagne. Und tatsächlich sind sage und schreibe 15 Jahre vergangen, seit der Microsoft-Erstling in Europa gelandet ist!

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Ich freue mich, dass der erste Teil unseres Specials zum 15. Geburtstag der klassischen Xbox gestern so gut angekommen ist! Vor gut zwei Wochen hatten wir euch dazu eingeladen, uns eure Erinnerungen und Eindrücke, eure Lieblingsspiele und Geheimtipps zukommen zu lassen. Zwei dieser Einsendungen lest ihr hier: Zuerst bietet euch Eric einen umfangreichen Überblick über das System und seine besten Spiele, danach erzählt Christine, welche Bereicherung die Xbox für ihre eigene Videospiel-Karriere war.

Schreibt uns: Wie war das bei euch? Und welche der vielen außergewöhnlichen Funktionen der Xbox habt ihr genutzt? Wir freuen uns, wenn ihr unseren Lesern und den Autoren einen Comment hinterlasst! [sk]


Die Entdeckung der schwarzen Schatzkiste
(von Eric Retzlaff, von RetroStage)

Für mich ist die Xbox (schreibe meist XBOX) eine unterschätzte Konsole, welche die Community immer als „Feindobjekt“ deklariert hat: Microsoft war/ist böse, die Xbox glich mehr einem PC als einer Konsole und immer wurde bemängelt, dass es zu wenige Exklusiv-Spiele gab, zu wenige Must-Haves, noch dazu sei generell der Support zu gering gewesen.

In der Tat: nur von 2001 bis 2006 lief die „effektive“ Xbox-Zeit, danach wurde sehr schnell auf die X360 gewechselt. Diese wirkte eleganter, kam nicht mehr so „brachial“ herüber und sollte vor allen Dingen günstiger herzustellen sein. Man munkelte, dass Microsoft mit jeder verkauften Xbox gigantische Summen an Geld verprasste, weil die Kombination leistungsfähiger Luxus-Hardware mit Festplatte zu teuer für den Massenmarkt war. Wir erinnern uns an die Konkurrenz: Die PS2 schrumpfte zur Slim (2004) und der GameCube wurde Mitte 2005 hierzulande schon für 66 Euro angeboten – inklusive Mario Kart! Weiterlesen →

Die Xbox wird 15! Das Geburtstagsspecial (I)

Heute vor 15 Jahren, am 14. März 2002 erschien die Xbox in Europa.

Wir befinden uns im Jahre 2017 n.Chr. Die ganze Videospiel-Welt erkundet auf ihrer Nintendo Switch mal wieder Hyrule. Die ganze!? Nein! Eine Handvoll unbeugsamer Games-Blogger leistet Widerstand und blickt zurück… Auf die erste Xbox! Heute vor genau 15 Jahren, am 14. März 2002, bereicherte Microsoft die europäische Heimkonsolen-Landschaft um die bis dahin leistungsstärkste Konsole. Der ideale Zeitpunkt also, um an dieses prägende Ereignis zu erinnern – und SPIELKRITIK.com endlich auch um eine ordentliche Portion Xbox zu bereichern.

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Ich freue mich, dass insgesamt fünf Spielkritik-Leser unserer Einladung gefolgt sind und ihre eigenen Erinnerungen, Anekdoten und Empfehlungen rund um den dicken schwarzen Kasten in Worte gepackt haben. Den Anfang machen heute Daniel und ich, oben drauf gibt’s einen Spiele-Geheimtipp von Roberto von Polygonien.de – und morgen dann den Rest eurer Einsendungen. Dafür vielen Dank und viel Spaß beim Lesen! 🙂

Und wenn ihr schon hier seid: Lasst uns doch ein paar Comments da! Was war euer erster Kontakt mit der Xbox? Was hat euch zum Kauf bewogen – oder davon abgehalten? Wann habt ihr zuletzt mit eurer alten Xbox gespielt? Was waren eure Lieblingsspiele, oder, falls ihr auf anderen Systemen daheim wart, auf welche habt ihr neidisch geschaut? [sk]


Die unfassbare Xbox: Eine Spurensuche
(von Spielkritik-Chefredakteur Sylvio Konkol)

Die Generation der Xbox, der PlayStation 2 und des GameCube war die erste, die ich bewusst als solche wahrgenommen habe. Weiterlesen →

Selbstportrait mit Kater: Alkohol in Harvest Moon 64

„Are you really swallowing all that?“

Es geschieht mir nicht zum ersten Mal; ich habe mich mal wieder überarbeitet, bei strömenden Regen bis spät nach Mitternacht das Feld beackert, und nun ist mir sterbenselend am Morgen. Ein Glück, dass ich im Laufe der letzten Monate eine Liebschaft mit der Winzerstochter Karen begonnen habe! Die steht nun sorgenvoll an meinem Bett und reicht mir „hot honey wine with lemon and sugar“. Kaum dass ich das gehört habe, denk ich mir: So macht das Kranksein Spaß! Und ich hätte nichts dagegen, das Bett noch etwas länger zu hüten!

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Sicherlich ist mein Spieldurchlauf durch Harvest Moon 64 auch deshalb so alkoholgeschwängert, weil ich gerade Karen zu meiner Zukünftigen auserkoren habe. Die entstammt nicht nur einer Winzersfamilie und trinkt auch selbst sehr gern ein Gläschen: An den Abenden arbeitet sie als Aushilfe in der örtlichen Kneipe, sodass ich dort wohl sehr viel häufiger vorbeischaue, als ich das unter anderen Umständen getan hätte. Aber auch ohne diesen zusätzlichen Anreiz ergibt sich beim Besuch der Bar eine der ersten großen Versuchungen im Spiel. Die Karte stellt 5 Getränke zur Wahl: Wein, Likör, Bier, Milch und Wasser. Weiterlesen →

Lesenswert: Deus Ex, Breath of the Wild, Turok: Dinosaur Hunter, Black Skin / Hörenswert: AAA aus Deutschland, hinter den Kulissen eines Podcasts

Die handverlesenen Games-Lesetipps der Woche. Gleich zweimal Superlevel: Marcus Dittmar erinnert sich, wie Deus Ex ihm dabei half, mit den Widersprüchen der wirklichen Welt umzugehen. Philip Fassing erklärt, wie es Zelda: Breath of the Wild gelingt, seiner Open World Leben einzuhauchen. Daneben: Ein Interview mit Darren Mitchell, dem Mann, dem 300KB zur Verfügung standen, um den denkwürdigen Soundtrack von Turok: Dinosaur Hunter zu erschaffen. Und nachdem wir letztens schon das Thema Haarschnitte hatten, heute: Wie einseitig entwickelte Technologien der Darstellung dunkler Hautfarben in Spielen im Wege stehen. Zu guter Letzt: Nora Beyer mit einer Erwiderung auf einen Artikel von Björn Wederhake. Daniels Hörtipps bringen euch diese Woche eine Audioreportage über AAA-Entwicklungen in Deutschland und Blicke hinter die Kulissen und in die Zukunft eines großen Games-Podcasts. [sk]

Blast from the Past: Deus Ex
(superlevel.de, Marcus Dittmar)

[…] Der rigorose und willkürliche Kampf gegen den Terror, die zunehmende Abhängigkeit und Schnelllebigkeit vom technischen Fortschritt, die Verquickungen von Politik und Großunternehmen und die Normalisierung permanenter staatlicher Überwachung. Es sind riesige Themenkomplexe, die damals wie heute nur schwer zu begreifen und zu verarbeiten waren. Das Spiel konnte das freilich nicht leisten, doch spiegelte es die Undurchsichtigkeit einer Wirklichkeit wider, die zum damaligen Zeitpunkt gerade erst aus der Taufe gehoben wurde. Einer Wirklichkeit, die heute selbst in ihrer pubertären Trotzphase angelangt zu sein scheint und die im Zuge der Selbstfindung alles dafür tut, sich gegen das Weltbild der Alten aufzulehnen. […]

Wie Breath of the Wild den Weg zum Ziel macht
(superlevel.de, Philip Fassing)

[…] Diese Komponenten führen dazu, dass ich mich nicht wie in anderen Open-World-Titeln dafür entscheiden muss, die Welt frei zu erkunden oder der Geschichte zu folgen, sondern das Eine völlig organisch mit dem Anderen einher geht. Eine Qualität, die andere Titel vielleicht auch bieten, allerdings ohne dieses Konzept derart souverän auf die Philosophie einer 30 Jahre alten Serie anzuwenden. […]

The beat of the jungle – Darren Mitchell on composing the Turok: Dinosaur Hunter soundtrack
(n64blog.com, Martin Watts)

[…] If you’ve played Turok: Dinosaur Hunter, you’ll no doubt remember the sound of tribal drums thumping along as you scour each of the game’s levels in search of keys, while gunning down velociraptors and armed guards along the way. […] the entirety of Turok: Dinosaur Hunter had to fit into a mere 8MB cartridge, and astonishingly, Darren was only given a meagre 300KB of that space for all of the game’s music. “I think I used 100KB for three or four samples just so everything wasn’t a drum sound. The other 200KB was drums, percussion, and a few voice effects. It was a challenge to write with primarily drums, but I think it came out alright.” […] Weiterlesen →

Lukás Babik – Eine Kurzgeschichte aus Deus Ex: Mankind Divided

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Speicherpunkt 1
Spielzeit – 1:03h
2029. Der stark augmentierte Adam Jensen befindet sich in einem Zug auf dem Weg nach Prag. Seine Augen sind geschlossen und er scheint zu schlafen. Seit dem „Optizwischenfall“ von 2027, bei welchem viele augmentierte Menschen ihre Kontrolle über ihre Prothesen verloren und dabei Unbeteiligte verletzten oder gar töteten, arbeitet Adam bei der Taskforce 29, einer Antiterroreinheit, die von Interpol unterstützt wird. Vor seiner Reise nach Prag galt es, einen illegalen Waffendeal zwischen dem Schmugglerkartell Jinn und einem Schwarzmarkthändler zu verhindern. Doch das Vorhaben lief aus dem Ruder. Eine vierte Partei mischte sich ein und stahl die illegalen Waffen. Die Mission war gescheitert und Adam hatte versagt.
Der Zug hält und es zeichnet sich ein düsteres Bild von Prag ab. Menschenmassen bilden eine laute und bedrückende Soundkulisse, die zeitweise von grellen Durchsagen des Zugpersonals unterbrochen wird. Dreckig, grau und kalt ist die Farbpalette. Aufdringliche, neonfarbene Werbetafeln und Monitore bilden einen harten Kontrast zu den ansonsten so überwiegend betongrauen Wänden und Böden des Bahnhofs. Zu der ohnehin schon unangenehmen Atmosphäre kommen die zahlreichen uniformierten und teils gepanzerten Polizisten hinzu, die das Gefühl einer ständigen Überwachung vermitteln.

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Jensen verlässt den Zug und trifft auf Alejandra „Alex“ Vega. Alex, geboren 1994, ist eine hübsche Frau mit einem bräunlichen Teint, gold-braun gestreiften Haaren, dunklen Augen und ebenfalls augmentiert. Sie arbeitet für eine Hackergruppe, genannt das Juggernaut Kollektiv. Diese Gruppierung, zu der mittlerweile auch Jensen gehört, versucht die Regierung und all ihre zugehörigen Organisationen aus dem Untergrund zu überwachen. Alex gibt Adam zu verstehen, dass sie es eilig hat und auf keinen Fall auffallen will. Weiterlesen →