GASTSPIELER: Eine Geschichte des Misserfolgs: Videospiel-Verfilmungen

Ein Gastbeitrag von Christian Neffe
Mehr zum GASTSPIELER Special erfahrt ihr hier.

Die Erde tut sich auf. Giftige Dämpfe steigen in die Luft, blutrote Flüsse, der Himmel verdunkelt sich. Frosch-Regen. Der geübte Videospieler weiß, was dieses Szenario bedeutet: Eine neue Videospiel-Verfilmung steht in den Startlöchern. Weiterlesen →

Lesenswert: Blue Byte, Black Hairstyles, herausragende Soundtracks, Fragen der Ästhetik / Hörenswert: Doomian x Pixelfrauen, körperliche Behinderungen in Games

Die neue Rubrik „Hörenswert“ feiert ihre Premiere! Als Ergänzung zu den handverlesenenen Leseempfehlungen der Woche werdet ihr ein Zukunft auch regelmäßige Hörtipps hier finden, d.h. herausragende Episoden aus Games-Podcasts. Kuratiert wird die neue Rubrik vom neuen Spielkritik-Redakteur Daniel, während ich selbst weiterhin für die Lesetipps verantwortlich sein werde. Daniels Einführung in die Welt der deutschen Games-Podcasts könnt ihr in diesem Feature nachlesen.

Heute im Programm: Eine kurze Firmengeschichte von Blue Byte, den legendären Entwicklern der legendären Siedler-Reihe. Ein langes Interview mit Wolfgang Walk (zufälligerweise einst selbst bei Blue Byte tätig). Vier sehr lesenswerte Artikel über ebensoviele sehr hörenswerte Videospiel-Soundtracks – der von Bully gehört auch zu meinen Alltime-Favoriten. Und: die Haarschnitte schwarzer Charaktere in Videospielen – ein persönliches Anliegen, eine akribische Analyse und eine tour de force durch die Geschichte (stereo-)typisch „schwarzer“ Haarfrisuren in der echten Welt in einem.

…an der neuen Hörfront gibt’s ein unterhaltsames Aufeinandertreffen zwischen DOOMIAN und den Pixelfrauen, sowie den Auftakt des Themenmonats zur Repräsentation körperlicher Behinderungen in Games bei Pixeldiskurs. Recht viel Spaß beim Lesen – und erstmals auch beim Hören – und bis nächste Woche. Und natürlich dürft ihr uns gern wissen lassen, was ihr über die neue Rubrik denkt, sowie eigene Empfehlungen in den Comments loswerden.

Blue Byte Retrospektive: Wie Die Siedler erwachsen wurden – ein Rückblick auf die Firmengeschichte
(gamesaktuell.de, Matti Sandqvist & Olaf Bleich & Benedikt Plass-Fleßenkämper)

[…] Mit einem von seinen Eltern geliehenen Startkapital von 10.000 D-Mark und einem Dachgeschossbüro direkt über seiner eigenen Wohnung beginnen Hertzler und Schmitt in Mülheim an der Ruhr ihre Laufbahn. Heute denkt er liebevoll an diese Zeit zurück: „Freunde und Kollegen haben mich für verrückt erklärt, weil ich meine Karriere für Videospiele riskiere. Umso besser hat es sich dann angefühlt, als sich die ersten Erfolge einstellten.“ Diese kommen 1991 in Form des Rundenstrategie-Krachers Battle Isle und 1993 durch das legendäre Aufbauspiel Die Siedler. […]

Gespräch: Wolfgang Walk – Es gilt auf die Ästhetik zu schauen
(pixelwarte.de, Hannes Letsch)

[…] Es gilt auf die Ästhetik zu schauen. Die erste Frage, die man sich stellen muss ist, was die Ästhetik des jeweiligen Spiels ist? Was ist die Gegenwelt? Welche Welt wird im Spiel aufgespannt und in welche Ästhetik wird der Spieler hineingeworfen? Im Spiel simuliere ich immer eine andere Welt und diese hat ihre eigene Ästhetik und Ethik, die sich, von Spiel zu Spiel, stark voneinander unterscheiden. Die Ethik in „Grand Theft Auto“ ist eine überzeichnete gegenüber unserer Welt. Jedem, der als reifer Mensch das Spiel konsumiert, ist das auch klar. […] Weiterlesen →

Feature: Spielepodcasts für Einsteiger

„Was hörst du denn immer?“

Kopfhörer sind seit Jahren Begleiter meines Alltags. Beim Aufräumen der Wohnung, Autofahren oder anderen stupiden Arbeiten, die nicht allzu viel Aumerksamkeit benötigen, höre ich. Keine Musik! Ich höre mir Gespräche an. Diskussionen über Games, Fachgespräche unter Fachleuten oder einfache Reviews in Audioform. Kurz gesagt: Spiele-Podcasts.

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Wie viele andere habe auch ich immer seltener Zeit, mich über und rund um mein Hobby zu informieren. Oft bleibt nicht viel Zeit, um sich intensiv mit einem größeren Text zu beschäftigen, und nicht immer ist man in der Lage sich auf dem Laufenden zu halten. Podcast bieten hier eine gute Alternative. So erfahre ich beispielsweise beim Müll rausbringen, was der mächtige Kulturwissenschaftler Christian Huberts über Walking-Simulators erzählt oder warum die Frauen von I Know Your Game kein Problem mit der Darstellung einer Lara Croft haben. Podcast geben mir das Gefühl, meine Zeit sinnvoller zu nutzen und bereichern somit meinen Alltag. Sie unterhalten, informieren und regen zum Nachdenken an.

Hinzu kommen die Persönlichkeiten, welche die verschiedenen Formate tragen. Sei es der sympatische Manu von Insertmoin, der so gerne alles Positive im Videospiel sieht, ein Fabu, welcher als Seelenklempner für die Gamerschaft fungiert, oder des Teufels Advokat in Form eines Jochen Gebauers. Die Vielfalt ist groß und mit der Zeit entsteht eine Art Verbundenheit zwischen dem Hörer und den Moderatoren. Es wirkt nahbar, persönlich und ist direkt auf den Hörer gerichtet. Podcaster sind keine identisch klingenden Radiomoderatoren, die gute Laune vorheucheln müssen. Durch verschiedene Ausdrucksweisen, Kritikäußerungen und Diskussionen lernt man die unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen und fängt schnell an mit ihnen zu sympatisieren. Oder eben auch nicht.

Das Schönste an Podcasts ist jedoch ihre Vielfalt. Während einige sich auf News spezialisieren und das ganze Thema Games eher mit einem Augenzwinkern betrachten, wenden sich andere den kulturell-wissenschaftlichen Aspekten von Computerspielen zu. Manche schwelgen in ewiger Nostalgie, um ihre Hörer mit diesem Empfinden anzustecken, und wieder andere treffen sich jeden einzelnen Morgen um Spiele zu rezensieren.

Aus einer Vielzahl von Spiele-Podcasts habe ich fünf heraus gesucht, die ich gerne näher vorstellen möchte. Weiterlesen →

Schreibenswert: Worüber ich gern lesen würde.

Immer wieder gibt es Videospielthemen, über die ich sehr gern mehr erfahren möchte, aber keine Artikel kenne, die sich damit auseinandersetzen.

Manchmal schreibe ich dann selbst einen solchen Artikel, oder ich versuche es zumindest, aber natürlich ist das nicht immer möglich. Entweder, weil mir die Zeit fehlt, häufiger allerdings, weil mir auch nach gründlicher Recherche noch immer das notwendige Expertenwissen fehlen würde. Und manchmal möchte ich ganz einfach die Sicht eines anderen zu einem dieser Themen kennen lernen.

Nachdem dieser Umstand vor einigen Wochen auch bei Twitter schon einmal kurz Gespräch war, habe ich nun eine kleine Liste solcher Wunschthemen zusammengetragen. Drei davon habe ich recht detailliert beschrieben, was aber nicht bedeuten soll, dass ich erwartete, dass irgendwer ein Thema genau so angehen sollte. Generell verstehe ich meine Wunschliste als ganz und gar unverbindliches Brainstorming. Ich erhebe keine Ansprüche auf die hier skizzierten Ideen, ich würde mich viel eher freuen, wenn sie sich frei verbreiten und entfalten würden. Vielleicht können sie dem einen oder anderen Inspiration sein, sich etwas eingehender mit einer Sache zu beschäftigen – und eventuell tatsächlich etwas darüber zu schreiben. Vielleicht zeigen sie aber auch den Weg zu ganz anderen, nicht weniger interessanten Themen. Mitunter ahnt man ja nur schwer, welche speziellen Inhalte einen anderen interessieren würden. Oder man denkt gar nicht daran, das eigene Expertenwissen gerade auf diese Weise anzuwenden.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich tatsächlich jemand die Mühe machen sollte, einen Artikel zu einem der genannten Themen zu verfassen, möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass dann selbstverständlich die Möglichkeit zur Veröffentlichung auf SPIELKRITIK.com bestünde (mit der andererseits eine Zweitveröffentlichung an anderer Stelle nicht ausgeschlossen würde). Sollten bereits gute Artikel zu einem dieser Themen existieren, würde ich mich über Hinweise in den Kommentaren sehr freuen.

Zu guter Letzt: Wer selbst ein Thema hat, von dem er meint „Dazu sollte wirklich mal irgendwer etwas schreiben!“, ist eingeladen, das ebenfalls in den Kommentaren kundzutun! Eventuell gibt es unter den Mitlesenden ja jemanden, der sich gerade damit auskennt? Eine spontane „Themenbörse“ sozusagen. Und natürlich spricht auch nichts dagegen, die von mir im Folgenden aufgeworfenen Themen direkt in den Comments ein wenig zu besprechen. Weiterlesen →

GASTSPIELER: Wider den Elitismus

Ein Gastbeitrag von Matthias Schillig
Mehr zum GASTSPIELER Special erfahrt ihr hier.
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Früher war nicht alles besser

Ich würde mir wünschen, die Menschen lernten entspannter miteinander umzugehen.

Man mag es in Anbetracht meiner jugendlichen Erscheinung kaum erahnen, doch ist es mir vergönnt, schon seit mehreren Dekaden auf diesem Erdenrund zu wandeln. Innerhalb dieser Zeit habe ich es vollbracht, bemerkenswert wenig nennenswerte Dinge zu vollbringen, was vor allem dem Umstand geschuldet sein mag, dass ich den Großteil meines bisherigen Lebens mit Videospielen verbracht habe. Die ersten virtuellen Abenteuer auf dem Sega Master System der Geschwister bestehend, breitete sich meine Interessensphäre schnell in alle Richtungen aus, krakengleich alle elektronischen Unterhaltungsplattformen umklammernd, welche nicht schnell genug aus meiner Reichweite entfernt werden konnten.

Nach vielen Jahren meines Lebens mag ich zynischer und anspruchsvoller geworden sein, doch ist meine Leidenschaft, trotz ihrer etwas anders gearteten Natur noch immer ungebrochen. Es weiß mich wahrlich zu faszinieren, wie sich das Medium der Videospiele weiterentwickelt hat, wie viele Möglichkeiten des Spielens heutzutage existieren und vor allem, welche immensen Anteile der Bevölkerung sich nun der virtuellen Unterhaltung hinzugeben pflegen. Eine Sache jedoch hat mich in der gesamten Zeit begleitet und statt langsam zu verschwinden, scheint derlei heutzutage noch wesentlich verbreiteter zu sein, als zu jenen Zeiten, in denen ich mein Alter in einstelligen Zahlen anzugeben vermochte.

Ich spreche von den extremen Grabenkämpfen zwischen einzelnen Gruppen von Videospielfans. Tatsächlich ist dieses Phänomen unter Menschen ja auch jenseits der Sphäre dieses Hobbys weit verbreitet, jedoch wirkt es in diesem Kontext in besonderem Maße bizarr, ja oftmals schlicht lächerlich. Weiterlesen →

GASTSPIELER: Der Effekt der ludo-narrativen Dissonanz

Ein Gastbeitrag von Sascha Kretzschmar
Mehr zum GASTSPIELER Special erfahrt ihr hier.

Die moderne Ära der Videospiele begann für mich mit der ersten Playstation. Allen voran bewies Metal Gear Solid, dass die fortgeschrittene 3D-Technik dazu in der Lage ist, eine Videospielgeschichte filmisch zu inszenieren. Videospiele waren fortan nicht nur dazu da, dem Spieler ein forderndes Gameplay zu liefern, sondern Entwickler hatten nun die Möglichkeit, einen interaktiven Film zu erschaffen. Die Interaktion mit dem Medium ist exakt, was Videospiele für mich so interessant macht. Der Spieler bekommt nicht nur eine Geschichte abgespielt, sondern nimmt aktiv an dieser teil. Zwischen der Geschichte im Spiel und den Aktionen des Spielers kann allerdings eine Abweichung auftreten, die das Eintauchen des Spielers in die Spielwelt behindern kann. Diese Abweichung wurde von Clint Hocking (Chefdesigner Far Cry 2 und Ex-Creative Designer von LucasArts) bereits 2007 in einem Blogeintrag über Bioshock als ludonarrative Dissonanz beschrieben. Der Begriff beschreibt den Konflikt zwischen der Geschichte, die ein Videospiel erzählt, und dem Gameplay, das die Meta-Narrative für den Spieler bildet.

Diskrepanz von Gameplay und Geschichte

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Das Reboot von Tomb Raider aus 2013 ist hierfür ein geeignetes Beispiel. Das Reboot erzählt die Ursprungsgeschichte von Lara Croft. Der Spieler übernimmt die Kontrolle der unerfahrenen Protagonistin, die auf einer Insel gestrandet zu überleben versucht. Weiterlesen →

GASTSPIELER: Halbzeitfazit und alle Autoren

Fünf Gastartikel, ein Zwischenfazit

Kurzer Blick zurück: Seit Mitte Dezember hat SPIELKRITIK mit der Aktion GASTSPIELER Neuland beitreten: Mehrere handverlesene Autoren waren eingeladen, einen Gastartikel ihrer Wahl zu verfassen und die ersten Ergebnisse dieses Aufrufs sind seit einigen Wochen auf Spielkritik.com zu lesen. Alle Hintergründe des Specials und einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr könnt ihr in diesem Editiorial nachlesen.

Mein Fazit zu den ersten fünf Artikeln könnte nun kaum besser ausfallen: Mit ihren durchweg lesenswerten Beiträgen haben die Gastautoren SPIELKRITIK um frische Themen und Perspektiven bereichert, es wurden Kontakte geknüpft und einige Aufmerksamkeit außerhalb der kleinen Blogger-Bubble generiert, wie u.a. erst kürzlich eine Erwähnung in den Wochenend-Lesetipps von GamersGlobal gezeigt hat. Klickzahlen allein verraten natürlich nichts über die Qualität eines Artikels, trotzdem sei angemerkt, dass sich der Tagesdurchschnitt sowohl der Klicks als auch der Besucherzahlen auf Spielkritik.com seit Beginn des Specials in etwa verdoppelt hat und auch während der gegenwärtigen „Halbzeitpause“ auf diesem Niveau verblieben ist. Genau so sehr freut es mich, wie viel Beachtung die Gastartikel selbst erhalten haben: Alle fünf Artikel rangieren unter den meistgelesenen Beiträgen auf Spielkritik.com, zwei von ihnen sind sogar dicht dran, den Spitzenplatz für sich zu beanspruchen. Dass die Artikel nicht nur angeklickt und dann vergessen wurden, zeigt die große Zahl von Leserkommentaren. Mitunter wurden Diskussionen losgetreten, deren Gehalt und Unterhaltsamkeit den Artikeln selbst in nichts nachstehen. Auch dafür ein herzliches Dankeschön!

Für alle, die das GASTSPIELER Special noch nicht kennen oder einzelne Episoden verpasst haben, gibt es hier noch einmal einen Überblick über alle bisherigen Autoren und Autorinnen mitsamt ihrer Themen. Wenn euch ein Artikel gefällt, würde ich mich freuen, wenn auch ihr den Autoren eure Wertschätzung zukommen lasst, indem ihr sie mit Feedback in Form eines kurzen Kommentars unter ihren Artikeln belohnt – oder gleich selbst in eine der Diskussionen mit einsteigt.

Damit ist es allerdings noch nicht vorbei: Nächste Woche erwartet euch der Start des zweiten Blocks von GASTSPIELER, mit neuen Autoren und neuen spannenden Themen. Um keinen der kommenden Beiträge zu verpassen, könnt ihr SPIELKRITIK ganz bequem abonnieren: Als Email-Newsletter, RSS-Feed oder im WordPress-Reader. Oder ihr folgt SPIELKRITIK auf Twitter.

Und damit Vorhang auf für unsere GASTSPIELER!


Die Autoren und Autorinnen

Nora Beyerquadrat

Nora ist 29 und sagt von sich, sie sei die wahrscheinlich einzige Person weltweit, die über einen gewissen Irenicus im finalen Boss-Kampf von Baldur’s Gate 2 mit einer Grippetemperatur von 39,2 Grad triumphiert habe. Als ob das der Qualifikation noch nicht genug wäre, hat die Nürnbergerin einen M.A. in Ethik der Textkulturen und schreibt seit neuestem für die altehrwürdige GameStar. Als engagierte Vertreterin eines New Game Journalism interessiert sich Nora vor allem für Metathemen und Kontroverses. Konsequenterweise mag sie Spiele, die Dinge anders machen als bisher – sammelt aber auch gern Schutt für ihre Blechvilla in Fallout 4.

Für Spielkritik ist Nora beerenpflückend durch offene Welten gewandert, ist bis an die Grenzen menschenmöglicher Sammelleidenschaft vorgedrungen und hat die Resultate ihrer Forschungsexpedition in einen Artikel gepackt. Und der hat eine theoriegeleitete Diskussion losgetreten, die ihrerseits Beachtung verdient.

GASTSPIELER: Größe ist nicht alles. Die Open World und ihre Problematik

Nora schreibt auf thebigwords.wordpress.com sowie für gameZINE.de und die GameStar. twitter: @thebigwordsnora


Pascal Wagner
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Pascal studiert Anglistik und Rechtswissenschaften in München und befasst sich gerne mit soziologischen und linguistischen Ebenen in Spielen. Als Kind der späten 90er ist er mit dem GameBoy Color und der Playstation 2 aufgewachsen, mittlerweile aber auch auf dem PC daheim. Die großen Spieleserien seiner Kindheit beschäftigen Pascal noch heute, ansonsten steht er der großen Spieleindustrie allerdings sehr kritisch gegenüber. Es ist die Liebe zu Indiespielen, die ihn antreibt und der er seine Website Indieflock.net gewidmet hat. Tiefschürfende Analysen und ungewohnte Perspektiven zu populären Spielen wie Shadow Warrior und Civilization findet man dort aber auch.

Für Spielkritik hat Pascal den GameBoy-Klassiker Wario Land 3 „fein säuberlich durchexerziert“, wie Kollegin Nora attestierte. Ein Must-Read für Masochisten und Sadisten, für Mario-Hasser, Schnurrbartträger und geldgierige Knoblauchfresser. Und für alle, die ein bisschen davon in sich haben.

GASTSPIELER: Wario Land 3 – Die andere Seite der Musikmünze

Pascal schreibt auf Indieflock.net sowie für Polyneux.de. twitter: @FalseShepard


Daniel Minner

In der Kulturstadt Weimar daheim und in einem Forschungslabor als Techniker bei der Arbeit, begegnet Daniel Videospielen in bester Universalgelehrtentradition: Mit leidenschaftlichem Interesse an Spielkultur in all ihren Facetten, reizen ihn Themen, in denen Philosophie und Gamedesign zusammentreffen – und er hasst es, wenn Spiele ihn zum Grinden zwingen. Daniel spielt seit seiner Kindheit (wie wir alle) und am liebsten gemeinsam mit Freunden. Aus finanziellen und – endlich sagt es einmal einer! – ästhetischen Gründen ist er vor allem auf Konsolen zuhause. Bei Max Payne 3 wird der 26-jährige ganz melancholisch – trotzdem, oder gerade deswegen, ist der Sao-Paulo-Actionthriller sein erklärtes Lieblingsspiel.

Für Spielkritik ist Daniel dem Phänomen der Heimatverbundenheit in digitalen Welten nachgegangen. Welche Spiele schaffen wann und wo ein solches Gefühl von Heimat, und vor allem: warum? Ein vielgestaltiges Thema, wie sich gezeigt hat, das dazu einlädt, eigene Erinnerungen und Gefühle zu teilen.

GASTSPIELER: Heimatverbundenheit in einer virtuellen Spielwelt

Daniel wird ab Februar auch regulär für SPIELKRITIK schreiben. twitter: @mojo_pure_evil


Patrick Pohsbergihcu75w-e1479124276527-300x289

Patrick ist Vielspieler, Filmenthusiast und Internetmensch. Er trägt gern Bart und trinkt gern Bier. Seit dem NES Classic sitzt er wieder täglich mehrere Stunden auf dem Wohnzimmerfußboden und spielt „noch 5 Minuten“ Nintendo. Wie vor 25 Jahren. Auf OMGWTFBBQ1337.de bloggt der Bielefelder vor allem über Filme – und das seit fast zehn Jahren. Freunde klassischer J-RPGs sollten sich auch seinen kooperativen „Frühstückszock“ nicht entgehen lassen: Live von 6 bis 7 streamt Patrick seine frühmorgendlichen Streifzüge, die Spätaufsteher auch zu allen anderen Tageszeiten nachverfolgen können.

Für Spielkritik hat Patrick hat seine Sammlung von Nintendo-Spieleberatern zur Hand genommen, hat bis zu seinen Kindheitserinnerungen zurückgeblättert, und alles in Form eines kurzweiligen Artikels aufgeschrieben. Möge es Verbreitung finden, in diesem Internet, das damals keiner kannte!

GASTSPIELER: Von Spieleberatern und Co-Piloten

Patrick schreibt auf OMGWTFBBQ1337.de sowie für Zockwork Orange und den CineStar.de-Blog. twitter: @moep0r


Roberto Kracht polygonien-mail-banner

Ein Klassiker: Roberto lebt in Berlin, hat was mit Informatik gelernt und macht nun was mit Medien. Mit mehr als 4.000 Spielen in seiner Steam-Library und weit mehr als 1.000 in Kartons und Regalen, hat der Endzwanziger die wohl größte Spielesammlung von allen, die ich kenne. Auf Polygonien.de rückt er vor allem die weniger bekannten, die verschollenen und kleinen unabhängigen ins Rampenlicht. Wenn er gerade nicht videospielt und sammelt, spielt der Vater von zwei Katzen Fußball und hört gern harte Rockmusik. Co-Admin der größten deutschsprachigen Dreamcast-Seite ist er obendrein.

Betrügerische Spielemacher und ehrliche Let’s-Play-Kumpel? Für Spielkritik hat Roberto den Vergleich angestellt, wie Entwicklerpersönlichkeiten zum einen und sogenannte Influencer zum anderen von der Spielergemeinde wahrgenommen werden. Kritische Einblicke in eine wachsende Anti-Entwicklerkultur, die in niemandes Interesse sein sollte.

GASTSPIELER: Ehre, wem Ehre gebührt?

Roberto schreibt auf Polygonien.de und fungiert als Co-Admin von SEGA-DC.de. twitter: @polygonien

Kommentar: Götter, die das Leid nicht kennen – Krankheit und Behinderung im Videospiel

Harder, Better, Faster, Stronger

Es läuft bei uns, soviel ist klar: Wir erstellen einen Avatar frei nach unseren Wünschen. Größe, Hautfarbe, Stats. Natürlich sind wir gezwungen, Kompromisse zu machen, wir können schließlich nicht vom Start weg der unbesiegbare Held sein, im Umgang mit der Axt genau so versiert wie in Feuermagie und Heilzaubern. Doch das ist kein Problem, schließlich wissen wir, wir werden stärker werden. Jeder besiegte Gegner bringt uns voran, immer weiter, immer aufwärts, die Vollkommenheit vor Augen. Stufe 100, das Maximum – wir wissen, dass wir es erreichen können, wenn wir die Zeit nur investieren. Das ewige Level, auf dem wir nimmermüde Halbgötter unsere Schlachten schlagen – und nur das nächste Add-On, das den Levelcap erhöht, kann uns unsere Vollkommenheit noch nehmen.

latest-1Falls uns doch einmal so richtig zugesetzt wird: der Verbandskasten oder die Magic Potion werden’s schon richten. In modernen Ego-Shootern braucht es nicht einmal mehr das; es genügt, wenn wir wenige Sekunden hinter einer Ecke Schutz suchen und schwuppdiwupp: die Wunden sind geheilt. Und sollten wir von der Wahl unserer Skills irgendwann einmal gelangweilt sein – das notwendige Item, um sie zurücksetzen und die gesammelten Skill Points neu zu vergeben, wartet auch schon in unserem Inventar. Unheimlich komfortabel ist das alles. Als Konsumenten werden wir von den meisten Spielen umhegt und gepflegt wie der junge Siddhartha Gautama in seinem Palast, dem Alter, Krankheit und Tod vorenthalten werden – schließlich soll er Herrscher werden und nicht Buddha.

Norm und Normabweichung

Es ist einige Wochen her, dass ich Garcian Smith aus Killer 7 vorgestellt habe, im Rahmen einer neuen Reihe von Artikeln, deren Absicht es ist, beachtenswerte schwarze Videospiel-Protagonisten ins Rampenlicht zu rücken. Im Zuge dessen sind mir allerdings noch einige weitere, ungewöhnliche Dinge am Cast von Killer 7 aufgefallen, die es lohnt hier einmal anzusprechen. Weiterlesen →

Lesenswert: GameShame, politische Ansichten, GameBoy Printer, Freiheiten, Aliens Infestation

Heute endlich mal wieder mit mehrheitlich deutschsprachigen Artikeln: Die Games-Leseempfehlungen der Woche! Es geht um GameShame, um Indie-Game-Developer, die unangenehme politische Ansichten zeigen, um mein Lieblings-Videospiel-Zubehör: den GameBoy Printer, um Games, die dem Spieler nicht alle Freiheiten lassen, und um das beste Aliens-Videospiel, das keiner kennt. Recht viel Spaß beim Lesen und bis nächste Woche!

GameShame: Was ist das eigentlich?
(pixeldiskurs.de, Bernhard Runzheimer)

[…] Ich beschäftige mich hingegen „nur“ mit einem Medium, was von einem großen Teil der Gesellschaft wahlweise als zerebrale Gefahr für Kinder oder Spielzeug für technikversessene Nerds angesehen wird […]. Innerhalb der eigenen Filterblase existiert dieses schamhafte Verhalten nicht. Sobald man sich jedoch außerhalb dessen offenbart, ist die Situation ungefähr vergleichbar mit einem voll ausstaffierten Cosplayer, der in der Provinz auf einem belebten öffentlichen Platz verzweifelt auf die Ankunft seiner Peer-Group wartet, damit er endlich unter seinesgleichen ist und von den umstehenden Personen nicht ständig angestarrt und belächelt wird. […]

Indie-Devs, die auf dem rechten Auge blind sind
(superlevel.de, Daniel Ziegener)

[…] In letzter Zeit haben einige populäre Indie-Entwickler politische Ansichten durchblicken lassen: Edmund McMillen findet die Linken genau so schlimm wie die Rechten, Jonathan Blow verteidigt Milo Yiannopoulos und Notch hat mit diversen Rants ohnehin schon lange das Image des sympathischen Bauklotz-Entwicklers verspielt. […] Wie ist also mit sowas umzugehen? Ignorieren? Boykottieren? Diskutieren? […] Weiterlesen →

Lesenswert: Gerudo, Umweltbewusstsein, Raph Koster, Ladykiller, Fischen, BotW Spoiler

SPIELKRITIK.com startet in den Februar mit einer der, wie ich mir erlaube zu behaupten, vielfältigsten und stärksten Episoden von Lesenswert bis jetzt: Sechs hervorragende, differenzierte und tiefschürfende Artikel, von kleinen Blogs und großen Seiten: Gerudo aus 1001 Nacht, die Rettung unseres Ökosystems auf dem Sega Mega Drive, Indie-Entwickler zwischen Fan-Feedback und Selbstverwirklichung. Raph Kosters Spielspaß-Theorie schnell erklärt, Skizzen zum Fischfang in Shenmue, und obendrauf die gesamte Handlung von Breath of the Wild – vielleicht. Viel Spaß beim Horizonte-Erweitern und bis nächste Woche!

The Radical Environmentalism of the Sega Genesis
(motherboard.vice.com, Jason Koebler)

[…] During my nostalgia trip, I realized something else: Awesome Possum wasn’t alone in its radical environmentalism. The Sega Genesis has a slew of games that focus on cleaning up pollution, protecting the environment, and saving animals. „For us it was clearly a conscious decision,“ Tom Kalinske, the CEO of Sega of America from 1990-1996, told me. „I always allowed the development teams to do what they loved to do, to do what they were passionate about. The guys involved in these games were very much environmentalists.“ […]

Stereotypes of Arabs in Zelda: Ocarina of Time: A journey, via Disney’s Aladdin and The Arabian Nights.
(veryverygaming.wordpress.com, Adrian & Maya)

[…] In order to unpick the stereotypes around Arabs present in Ocarina of Time we need to take a look back at some of the sources for the stereotypes. I do not know and won’t speculate about Japan’s history in all of this, but it certainly seems like the representation of Arabs in Ocarina of Time has come from images of Arabs that have been filtered through a European lens, so to speak. Although there were many tropes about Arabs and Islam circulated in Europe prior to the 1700s, the Arab world became extremely fashionable with the publication in France and England of 1001 Nights, or as it’s more commonly known, The Arabian Nights. […] Weiterlesen →

Lesenswert: Echte Yakuza, L.A. Noire, Spielemusik, deutsche Brettspiele, Emily is Away, C64-Hirnforschung

„We’ll always be together, together  in electric dreams.“ So heißt es in einem Songtext von Lali Puna. Die Leseempfehlungen der Woche, voll von Erinnerungen an Zeiten und Orte, die nicht mehr sind oder nie waren. Yakuza, die „Yakuza“ spielen. Instant-Messenger, vergängliche Beziehungen. Das Nachkriegsamerika und seine virtuelle Nachbildung für die Ewigkeit.
Blicke über den Tellerhand: Hirnforscher, die versuchen, einen C64 zu verstehen. Deutsches Brettspiel-Design als Vorbild für deutsche Game Developer. Dazu der passende Soundtrack: Musik in Games, ein Überblick. Viel Spaß beim Nachdenken und Neuentdecken.

L.A. Noire und das Nachkriegsamerika – Nein so einfach ist das nicht…
(historyinvideogames.com, Iris Traumann)

[…] L.A. Noire begeistert mit einer fiktionalen Geschichte, die in einem historischen Setting angesiedelt ist. Es behandelt als Hauptthemen den Massenkonsum, die posttraumatischen Erfahrungen und die Angst der Weltkriegsveteranen, sowie die Angst vor den Kommunisten in den eigenen Reihen im damals beginnenden Kalten Krieg. All diese Elemente kreieren eine historisch genaue Darstellung der USA in den 40ern (und 50ern). […]

Yakuza 3: Played, reviewed and fact-checked. With the Yakuza.
(boingboing.net, Jake Adelstein & Lisa Katayama)
[via piqd.de, Rainer Sigl: Gangster-Style! Was denken echte Yakuza über das Videospiel „Yakuza“?]

[…] M: I like the fact that you power up by eating real food. Shio ramen gives you a lot of power — CC Lemon, not as much. It all makes sense.
S: The breaded pork cutlet bento box is like mega power. More than ramen. That’s accurate.
K: If they had shabu (crystal meth) as a power-up item, that would be realistic. It’s a yakuza game.
S: They have sake! Weiterlesen →

Schlangenlinien [#52Games]

[#52 Games] Thema 31: Spiel im Spiel

„Spiel im Spiel“ ist das Thema der aktuellen Ausgabe von #52Games, einer Aktion der Kollegen des Zockwork Orange, bei der es darum geht, einen Artikel zu einem vorgegebenen Stichwort zu verfassen. hqdefault-1

Für die volle multimediale Dröhnung sei zunächst dazu aufgerufen, diesen Artikel mit dem Genuss der folgenden Musik zu begleiten. Danke.

Mein liebstes „Spiel im Spiel“ ist ein ideales Trink- und Partyspiel, ein Game, das absolute Neueinsteiger auch um drei in der Nacht noch kapieren, wenn die andere Hälfte schon unter dem Tisch liegt. Ein Spiel, das auf die karge Ästhetik simulierter Vektorgrafiken setzt und dessen Soundtrack vernünftige Menschen in den Wahnsinn treiben kann. Eine der besten Multiplayer-Erfahrungen auf dem an starken Multiplayertiteln reichen GameCube (aber auch auf PS2 und XBox). Ein Spiel, das den verheißungsvollen Namen Anaconda trägt! Weiterlesen →